ihre meinung

Zu Berichten über das Verkehrsprojekt Moselaufstieg bei Trier:

Der Moselaufstieg ist allein ein Autobahnanschluss für den Konzer und Saarburger Raum. Er wird weder zu spürbaren Entlastungen in der Stadt Trier führen, noch wird er die Luxemburg-Anbindung merklich verbessern. Dies geht klar aus den Gutachten hervor. Das war zuletzt sowohl der rheinland-pfälzischen Landesregierung als auch 2014 noch dem jetzigen Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe bewusst, der ihn als "Konz-Autobahn" bezeichnete. Auch die Verbandsgemeinde Trier-Land, die Ortsgemeinde Igel und der Ortsbeirat Zewen lehnen den Moselaufstieg ab. Dennoch ist es dem Abgeordneten Bernhard Kaster und anderen Befürwortern des Moselaufstiegs, die nicht müde wurden, immer wieder jeder Stichhaltigkeit entbehrende Argumente vorzubringen, nun gelungen, den Verkehrsminister dazu zu bringen, den Moselaufstieg in den vordringlichen Bedarf des Referentenentwurfs des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) zu bringen. Dabei wich der Minister von dem bisher deutschlandweit bei allen bisherigen Verkehrsprojekten gegangenen Weg ab und nahm ihn gegen den Willen des Landes auf. Plötzlich wird der Moselaufstieg mit einem Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) von über 10 bewertet ist, wo er vor einigen Jahren doch noch mit unter 1 bewertet wurde. Die Ortsumgehung Zewen hingegen, die vom Stadtrat Trier sowohl im Jahr 1995 als auch 2003 als Voraussetzung für den Moselaufstieg genannt wurde, besitzt nur ein NKV von 3. Für den Konzer und Saarburger Autobahnanschluss würden für die benötigte 672 Meter lange Brücke über die Mosel bei Wasserliesch und dem Stadtteil Zewen und die 6 Kilometer lange Strecke bis hinauf zur Autobahn A 64 26 000 Quadratmeter Wald vernichtet. Es müssten tiefe Einschnitte und Aufschüttungen im Gelände vorgenommen werden. Ein für die angrenzenden Dörfer wichtiges Naherholungsgebiet ginge unwiederbringlich verloren. Ebenso würde ein ehemaliges Naturschutzgebiet nahe der Mosel durchschnitten und die Frischluftzufuhr der Stadt Trier durch das gewaltige Bauwerk gestört. Rainer Bösen, Igel

Mehr von Volksfreund