IHRE MEINUNG

Zur Berichterstattung über das geplante Verkehrsprojekt Moselaufstieg bei Trier:

Die Einstufung des Moselaufstiegs (MA) in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) ist in meinen Augen nicht nachvollziehbar. Normalerweise melden die Länder ihren Projektbedarf beim Bund an, der dann die Einstufung nach der Dringlichkeit anhand einer Nutzen-Kosten-Relation in den BVWP vornimmt. Nachdem die rheinland-pfälzische Landesregierung den MA wohl aus guten Gründen nicht angemeldet hatte, taucht dieser nun quasi aus dem Nichts hier auf mit einem Nutzen-Kosten-Verhältnis von über 10. Der früher hier ermittelte Wert lag unter 1! Hat der Verkehrsminister in Berlin dem Bundestagsabgeordneten Bernhard Kaster ein Geschenk zum Abschied aus Berlin gemacht? Ist hier gemauschelt worden? Der Verdacht liegt nahe, denn der Nutzen müsste ja ungeheuerlich gestiegen sein, um bei - vermutlich nicht ausreichenden - Kosten von 60 Millionen Euro auf eine derartige Nutzen-Kosten-Relation zu kommen. Getrickst wurde ja früher auch schon, wenn es galt, die Vorschläge für Alternativen zum MA aus der Schusslinie zu nehmen, wie zum Beispiel das Luxemburger Angebot einer Beteiligung an einem Autobahnanschluss mit Brücke bei Mertert. Deren Realisierung hätte die Diskussionen um den MA wohl erübrigt. Auch das jüngste Gutachten zur Entwicklung der Verkehrsströme im Trierer Tal ergab nur eine relativ geringfügige Entlastung durch den MA. Das liegt ja auch nahe, denn es ist keine zielführende Idee, über eine "Umgehungsstraße" Verkehrsströme umleiten zu wollen, die zu mehr als 75 Prozent Ziel- und Quellverkehr nach und von Trier sind! Ich bleibe also dabei: Hier liegt eine Einstufung vor, deren Zustandekommen doch ein arges Geschmäckle hat. Es bleibt zu hoffen, dass die neu zu bildende Landesregierung dieses ökologisch inakzeptable Mammutprojekt genauso wie ihre Vorgängerin ablehnt. Übrigens: eine sehr informative Darstellung zur Entwicklung um den MA findet sich im Internet unter volksfreund.de: "Der lange Abstieg des Moselaufstiegs". Peter Morandini, Trier-Zewen

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