IHRE MEINUNG

Zum Bericht "Die Klostermauer kommt bald wieder - Arbeiten vor Welschnonnenkirche bis Mitte April 2017 abgeschlossen - Historisches Bild soll erhalten bleiben" (TV vom 2. Januar):

Im Artikel steht: "die historische Klostermauer aus dem 18. Jahrhundert". Das ist in Bezug auf das zur Debatte stehende Gelände neben der Kirche nicht richtig. Die bisherige Mauer stammte aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Um 1900 wurde die Straßenführung verändert. Dadurch wurde das Areal zwischen Sichel- und Flanderstraße schmaler. Außerdem wurden um 1910 die beiden Schulgebäude auf diesem Gelände abgerissen. Der so entstandene Bezirk wurde mit einer Mauer umgeben. Wie die Einfriedung zuvor beschaffen war, ist nicht bekannt. Sie betraf nur die Spitze des Geländes und führte die Sichelstraße entlang, denn an der Flanderstraße stand das Schulhaus für die externen Schülerinnen. Diesem Zweck diente nach kurzer Zeit auch das zur Sichelstraße hin gelegene Haus, da das Internat nicht weitergeführt werden durfte. Nach 1800 (Säkularisation) wurde der Unterricht weitgehend von weltlichen Lehrerinnen erteilt. Das Gelände neben der Kirche gehörte nicht zum eigentlichen Klosterbereich, der den Klausurbestimmungen unterlag. Dieser befand sich neben dem Klostergebäude (Richtung Deworastraße) und war mit einer Klostermauer umgeben, wie die beiden Tore bis heute bezeugen. Wenn im Artikel steht: "Die Denkmalpflege besteht auf dem Erhalt des ehemaligen Klosterumfelds in seiner historischen Form", so betrifft das diese Mauer. Dass der neue Schulhof des Auguste-Viktoria-Gymnasiums eine Einzäunung braucht, steht außer Frage. Doch muss das aufgrund des historischen Befundes keine geschlossene Mauer sein, sondern könnte zum Beispiel aus einer Kombination von Mauer und Gitter bestehen wie beim Dommuseum. Das wäre zudem symbolischer Ausdruck der historischen Realität, denn die Schule war der Bereich der Kommunikation des Klosters mit der Außenwelt. Dort wurde die apostolische Aufgabe erfüllt, wesentlicher Bestandteil des Ordenslebens der Welschnonnen. Eine derartige Lösung käme wohl auch einem Wunsch der Trierer Bürger nahe. Damit bliebe die Sicht auf die Barockkirche erhalten. Schwester Dorothea Kuld, Essen

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