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Zum Artikel "Windkraft: VG Schweich reduziert Flächen" (Tv vom 25. Juni):

Mehr als 100 Bürger waren zur Sitzung des VG-Rates Schweich gekommen. Viele sicher auch in der Hoffnung, eine ausgewogene Abwägung der Argumente und Sorgen zu erfahren, die in den mehr als 600 Einsprüchen der Bürger formuliert worden waren. Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: der "faule Kompromiss" (TV), den der nun in Offenlage gehende Flächennutzungsplan Windkraft der VG Schweich mit der Ausweisung von Konzentrationsflächen für Windenergieanlagen (WEA) darstellt, erfüllt nicht den Anspruch einer ausgewogenen und nachhaltigen Bewertung aller Belange laut Baugesetzbuch. Zudem basiert er auf unzulänglichen und teilweise falschen Fachberichten. Die Abwägung der Einsprüche hat sich die VG von einem Juristen (Henseler) und einem Büro für Raum- und Umweltplanung (Jesteadt+Partner) erarbeiten lassen, was nicht grundsätzlich zu monieren ist. Kritisch ist jedoch, dass die Herren Henseler und Jestaedt die Abwägungen einzeln dem VG Rat vorgetragen haben, worauf jeweils die Beschlussfassung erfolgte. Hierdurch ergab sich eine direkte Beeinflussung des VG-Rates. Dazu muss man noch wissen, dass die Kosten für diese Beratungsleistung laut VG-Bürgermeisterin Horsch von der Firma Juwi übernommen werden. Juwi hat bereits Vorverträge für die Errichtung von WEA mit einigen Gemeinden abgeschlossen und somit ein Interesse an der Ausweisung von WEA-Flächen. Das Einholen anderer Fachbeiträge, was woanders gute Praxis ist, wurde abgelehnt. Die Freigabe für WEA-Flächen wird mit dem Fachbericht des Büro Jesteadt begründet. Die Sichtbarkeitsanalyse, mit der in der Hauptsache die Belastung durch die WEA abgeschätzt wird, basiert auf einem Fachartikel von 1993! Dieser ist inhaltlich längst überholt und der Autor distanziert sich seit Jahren von dessen Anwendung. Dass das Büro Jestaedt trotzdem darauf aufbaut, hat zur Folge, dass heutige WEA mit 200 Metern Höhe nicht angemessen bewertet werden, dass die Wirkung der sich drehenden Rotoren auf die menschliche Wahrnehmung und andere, landschaftsästhetische Gesichtspunkte fatalerweise nicht berücksichtigt werden. Juwi wird's freuen, betroffene Bürger werden sich kaum einen Rechtsstreit leisten. Peter Gemmar, Fell