IHRE MEINUNG

Zur Berichterstattung über das sanierungsbedürftige Nordbad in Trier:

Fraglich, ob es angesichts einer alternden Gesellschaft nicht sinnvoll ist, das Nordbad weiter zu erhalten. Schwimmen gilt - ganz im Gegensatz zu beispielsweise Fußball - als eine der gesündesten Sportarten überhaupt und ist für alle Altersklassen von Ärzten ganz besonders empfohlen. Ich habe keinen Einblick in die öffentlichen Finanzen und die Krankenstatistik. Rechnet man aber die vielen ausgefallenen Arbeitsstunden und Belastungen der gesetzlichen Kranken- und Unfallkassen sowie der Wirtschaft durch beim Fußball oder auch zunehmendes Übergewicht erlittene Verletzungen, dann sollte man speziell bei der Bezuschussung der Sportart Schwimmen seitens der öffentlichen Hand etwas großzügiger vorgehen und eher im Bereich Fußball etwas weniger Geld ausgeben. Zumal hier mit dem Deutschen Fußball-Bund einer der reichsten - gemeinnützigen - Vereine im Hintergrund steht, der noch manch finanzielle Vereinslücke schließen könnte, bevor er an Verarmung zu leiden droht. Und außerdem brauchen die vielen verletzten Freizeitsportler ausreichend Reha-Möglichkeiten, damit sie möglichst bald wieder ihren verletzungsträchtigeren Sportarten nachgehen können. Vielleicht könnte man auch die Krankenkassen als Sponsoren für den Schwimmbaderhalt mit einspannen. Von den gesetzlichen Kassen verteilte (und finanzierte) freie Eintrittskarten für das Schwimmbad erscheinen mir jedenfalls für die Gesundheit zuträglicher, als Handykameras und was sonst noch heute von den gesetzlichen Krankenkassen als Bonusprämien für korrektes Verhalten ausgelobt wird. Und wo sollen denn all die alternden Mitmenschen wohnungsnah Sport treiben, wenn's fürs Kicken oder Radfahren mal nicht mehr reicht? Joachim Sels, Ralingen