IHRE MEINUNG

Zum Bericht "Rallye Deutschland: Grüner Stadtrat greift ADAC an" (TV vom 22. Januar):

Es war doch nur eine Frage der Zeit, dass skeptische Trierer sich durch die skandalösen Manipulationen des ADAC zur Verkaufsförderung des VW Golf, des "deutschen Automobils schlechthin", motiviert fühlen würden, auch die Zahlenwerte des ADAC zu hinterfragen, die dieser der Stadt Trier präsentiert hat, um günstige Konditionen für seinen Rallye-Zirkus in der Stadt zu erreichen. Und, oh Wunder: Der ADAC gibt eine Gesamtbesucherzahl von circa 200 000 Zuschauern an, die sich fürs erste mal in den Köpfen und Seelen des motorsportbegeisterten Teils der Trierer Bürger festsetzt, der Gastronomie schöne Einnahmen verspricht und Verwaltung und Stadtrat davon überzeugt, dass diese Veranstaltung für die Stadt unterm Strich nur von Vorteil sein kann. Daher sei es nicht nur vertretbar, sondern im vitalen Interesse der Stadt, dem ADAC 126 000 Euro aus dem klammen Stadtsäckel zuzuschießen - in der Erwartung, ein Mehrfaches komme via Gastronomie wieder in den Stadtsäckel zurück. Das Mehrfache stellt sich im Nachhinein aber ganz anders heraus: Die angeblichen 200 000 Zuschauer sind ein Mehrfaches der tatsächlichen Zuschauer. Und jetzt liest man, die Mehrfachzählung von Zuschauern habe der ADAC nie bestritten. Es seien im Schnitt 90 000 Menschen, die sich die Rallye anschauen. Aus diesen würden eben durch das Kumulieren als ein "absolut übliches und gebräuchliches Verfahren bei Großveranstaltungen" dann 200 000 Gesamtbesucher. Wenn das keine Manipulation sein soll. Mir kommt das Verhalten des ADAC so seriös vor wie Hütchenspiele. Rat und Verwaltung müssten jetzt einfach die Reißleine ziehen und dem ADAC schlicht und ergreifend kündigen und um Gottes willen für den ADAC keinen einzigen Cent mehr im städtischen Haushalt bereitstellen. Raimund Scholzen, Trier