IHRE MEINUNG

Zum Bericht "Wählerauftrag abgelehnt" (TV vom 28. August):

Den Artikel habe ich mehrmals gelesen, weil ich nicht glauben konnte, was da gedruckt stand. Da lassen sich Damen und Herren für eine Wahl aufstellen, obwohl es für sie und auch die sie nominierenden Parteien von vornherein feststeht, dass sie bei einer eventuellen Wahl dieses Mandat gar nicht oder nur für kurze Zeit wahrnehmen. Die Begründungen und Argumente der Damen und Herren für diesen "Verzicht" treibt dann dem Leser endgültig Tränen in die Augen: "Wir wollten keine Unruhe." - "Es kommt immer wieder vor, dass Ratsmitglieder wegziehen." "Ich habe ohnehin als kooptiertes Mitglied Rederecht in meinem Ortsbeirat." - "Es ist gängige Praxis im ganzen Land, dass Kandidaten, die in den Stadtrat gewählt werden, auf ihr Ortsbeiratsmandat verzichten." (Ob das den Wählern bewusst war?) Ist man bei einer Kandidatur präsent, auch wenn danach die Missachtung des Wählerwillens und der Missbrauch des Wählervertrauens folgen? Ein "sauberes Verständnis" von Demokratie! Man kann auch heute und jetzt noch sagen: Damit hat dieses Taktieren wenig oder gar nichts zu tun. So wundert es nicht, dass sich immer weniger Menschen in der Politik engagieren, vor allem wenn es nur um die "popelige Kandidatur" für den Ortsbeirat eines Trierer Stadtteils geht, wo man nicht nur kandidiert, sondern bei Wahl den Wählerauftrag auch erfüllt. Nur Ortsbeiratsmitglied - da klingt Stadtratsmitglied doch schon viel besser und edler. Leonore Hardes, Trier

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