IHRE MEINUNG

Zur Berichterstattung über den neuen Kunstrasenplatz in Trier-Irsch:

Auch nach vielen Jahren verfolge ich als ehemaliges Vereinsmitglied die Entwicklung des SV Trier-Irsch gerne weiter. Es hat mich gefreut zu lesen, dass es nun endlich mit einem neuen Sportplatz geklappt hat. Die Rasen-Patenschaften sind auch eine gute Idee der Finanzierung und stellen eine gewisse Bindung zwischen den "Paten" und dem Verein her. Dass aufgrund des miserablen Ascheplatzes einige Jugendliche lieber in Nachbarorten Fußball spielen, ist sicher richtig. Aber lag alles am Platz? Natürlich haben sich auswärtige Mannschaften nicht darum gerissen, in Irsch zu spielen. Dies lag aber wohl eher an dem tatsächlichen Platzzustand als an dem Aschestaub. Der war nämlich schon vor 20 Jahren da. Damals gab es noch das traditionelle Pfingstturnier (inklusive Orts pokal), an welchem Betriebsmannschaften sowie sämtliche Jugend- und Erwachsenenmannschaften des Vereins gespielt haben. Selbst Eintracht Trier II ist einer Einladung gefolgt. Und warm war es damals auch fast immer. Die Tatsache, dass kaum einer mehr in Irsch großen Fußball spielen möchte und dass Turniere nicht zustande kommen, ist nicht ausschließlich auf die Platzverhältnisse zurückzuführen. Vielmehr sollte jeder Vereinsverantwortliche hinterfragen, ob die richtigen Entscheidungen getroffen wurden und werden. Seit Jahren tritt der Verein auf der Stelle. Das letzte richtungsweisende Vorhaben war das Clubheim. Seither haben sich verschiedene Personen aus den eigenen Reihen engagiert und versucht, dem Verein neue Impulse zu geben - leider erfolglos, weil Innovation oftmals abgelehnt oder erschwert wurde. Diese Leute gingen dann zu anderen Vereinen, um sich dort zu engagieren, und die Jugendspieler folgten. Dadurch ist dem Verein in der Vergangenheit neben engagierten Personen auch die Identifikation abhandengekommen. Das dürfte aus meiner Sicht einer der Hauptgründe sein, wieso der SV Trier-Irsch leider den Anschluss gegenüber umliegenden Vereinen (Tarforst, Pluwig, Olewig) verloren hat. Schuld ist also nicht immer nur der staubige Ascheplatz. Christian Diebschlag, Karlsruhe