IHRE MEINUNG

Zum Bericht "Überraschende Wende im Toilettenprozess - Landgericht sieht ,Probleme mit Schmerzensgeld’ im Rechtsstreit einer Kundin mit der Deutschen Bahn AG" (TV vom 30./31. Januar):

Warum trägt Justitia eine Augenbinde, wenn sie scheinbar von Natur aus blind ist? Die Argumentation des Richters in der oben genannten Sache kann ich nicht nachvollziehen. So soll die Möglichkeit genutzt werden, bei einem zweiminütigen Zugaufenthalt an einer Haltestelle eine Toilette oder irgendwo ein stilles Örtchen aufzusuchen. Das muss man erst mal finden, mit dem Risiko, je nach Bundesland beziehungsweise Gemeinde fürs Wildpinkeln bis zu 5000 Euro Straße bezahlen zu müssen. Da der Zug weitergefahren ist, müsste der Kunde bei Wind und Wetter auf den nächsten Zug zu warten. Service-Wüste Deutsche Bahn! Mir selbst ist Ähnliches zweimal widerfahren, auf der Eifelstrecke Köln - Trier und auf der Saarstrecke Saarbrücken - Trier. Auf der Eifelstrecke kam kurz vor Gerolstein eine Zugdurchsage mit dem Hinweis, dass der Zug in Gerolstein eine 20-minütige Pause mit der Möglichkeit zum Toilettengang mache. Wegen des starken Andrangs zur Toilette dauerte der Aufenthalt doppelt so lang. Auf der Fahrt von Saarbrücken nach Trier waren drei vorhandene Toiletten unbesetzt verschlossen, und es dauerte noch 50 Minuten bis zum Zielbahnhof. Zum Glück fand ich eine Leergutflasche. Jetzt nur noch eine stille Ecke finden, was gegen 23.30 Uhr wegen geringen Personenverkehrs Gott sei Dank gelang. Jeder weiß, was es heißt zu müssen und nicht dürfen zu können. Der Klägerin wünsche ich viel Erfolg. Das Vorenthalten der Möglichkeit, die Notdurft verrichten zu können, grenzt an Nötigung und Körperverletzung. Edgar Hauser, Konz

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort