Im Einsatz für gehörlose Kinder

Im Einsatz für gehörlose Kinder

Ulrike Moog ist bei einer festlichen Amtsübergabe zur Rektorin der Wilhelm-Hubert-Cüppers-Schule in Trier ernannt worden. Gemeinsam mit den beiden neuen Konrektoren will sie sich weiter für die Förderung gehörloser Kinder einsetzen.

Trier. "Ich wurde von den Kollegen immer schon als Schulleiterin akzeptiert. Auch ohne eine Urkunde", betont Ulrike Moog. Die 44-Jährige übernimmt nach einer Übergangszeit offiziell das Amt der Rektorin der Wilhelm-Hubert-Cüppers Landesschule für Gehörlose und Schwerhörige.
Seit 1998 war sie in verschiedenen Positionen an der Schule tätig. Zuletzt vertrat Moog die ehemalige Schulleiterin Alexandra Forster. "Meine Aufgaben bleiben im Prinzip gleich", erklärt Moog. Im Juni und August wurden bereits Michael Eicker (44) und Natalie Krütten (40) als neue Konrektoren eingeführt.
Die Neubesetzung der Schulleitung feiert die Schule zusammen mit ihrem 25-jährigen Bestehen am Trimmelter Hof mit Theateraufführungen und Musik von der Schulband Deaftones. "Um eine Schule zu leiten, braucht man Fachkompetenz und Leidenschaft für die Menschen", meint die ehemalige Rektorin Alexandra Forster. Moog habe schon vorher sehr viel Einsatz für die Kinder gezeigt.
"Nachdem ich im Praktikum ein hörgeschädigtes Kind kennengelernt habe, stand mein Entschluss fest, an einer Förderschule für Gehörlose zu arbeiten", erzählt Moog.
Klaus Gilles, ehemaliger Schulleiter und Vorsitzender der Gemeinschaft zur Förderung Hörgeschädigter: "Mit Moog, Eicker und Krütten sind die richtigen Personen am richtigen Ort." Es gebe aber in diesem Bereich noch viel zu tun. "Begabte Schwerhörige und Gehörlose werden immer noch nicht ausreichend unterstützt. Sie haben kaum eine Möglichkeit, das Abitur zu machen", erklärt Gilles.
Es sei für viele Schwerhörige immer noch schwierig, im Unterricht mitzukommen. Mitschüler und Lehrer seien hier gefordert, den Betroffenen unter die Arme zu greifen. cha
Extra

Das Einsetzen eines Implantats in die Hörschnecke (Cochlea) kann selbst vollständig tauben Menschen die Möglichkeit geben, wieder etwas zu hören. Durch Elektroden wird der Hörnerv des Ohres stimuliert. In der Regel wird über eine Implantation nachgedacht, wenn herkömmliche Hörgeräte keinen Effekt mehr erzielen können. An den meisten Förderschulen wird daher auch für Schwerhörige die Lautsprache gelehrt und nicht zwangsläufig die Gebärdensprache. "Taube Kinder haben ein Recht auf zweisprachige Bildung", meint Kurt Stübinger, Vorstand des Landesverbandes der Gehörlosen Rheinland-Pfalz. Es gebe Kinder, bei denen trotz des Cochlea-Implantats schwere Kommunikationsprobleme auftauchten. Das Erlernen der Gebärdensprache solle in allen Förderschulen für Gehörlose daher verpflichtend sein. cha