Im Ernstfall Hochdeutsch

Welche Sprache ist dem Trierer auf den Leib zugeschnitten? Natürlich, die Umgangssprache. Das Hochdeutsche ist ihm zu umständlich, zu kompliziert, nicht in den Mund gelegt.

Im Alltag reicht ihm die Umgangssprache. Damit kann er sein Leben meistern. Nun ist es nicht so, als ob er des Hochdeutschen nicht mächtig wäre. Weit gefehlt. Es kommt ihm nicht von innen, von der Seele. Ist ihm zu gekünstelt. Er erreicht den Gegenüber nur schwer mit dieser Sprache. Und doch springt er hin und wieder auf diesen Zug. Wei öss awer Schluss ömm Dum, wei giet es in Liebfrauen weider. Das hört man, wenn die Mutter nach vielen Bitten zum Maßhalten auffordert. Beendet sofort eure Streitigkeiten. Das gewünschte Verhalten wird in Hochdeutsch ausgesprochen. So soll die Wirkung der Aufforderung verstärkt werden. Das muss den Kindern von der Sprache her auffallen. Vom Dom direkt nach Liebfrauen nebenan. Von der Mundart Dum unmittelbar zum Hochdeutschen Liebfrauen. Vom "Streit" zum "lieb" sein sofort. Wänn datt esu weider giet, göfft datt eine Stille Messe. Wenn die Angelegenheit sich so weiter negativ entwickelt, wird sie in sich zusammenbrechen. Es wird still um sie werden. Man wird nichts mehr von ihr hören. Man muss wissen, was eine "Stille Messe" war. Der Priester zelebrierte am Altar das Messopfer ohne die direkte Beteiligung der anwesenden Gläubigen. Es wurde weder gemeinsam laut gebetet noch gesungen. Einfach alles nur still.
Die besten Kolumnen von Horst Schmitt und Josef Marx sind in dem Buch "Milljunen Leit - mindestens drei" nachzulesen, das im Trierer Verlag Michael Weyand erschienen ist. Das Buch ist für 11,95 Euro im Trierer Handel erhältlich und im Internet unter <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreund-shop.de" text="www.volksfreund-shop.de" class="more"%>