Im ersten Gang mit 50 Sachen

TRIER. An der Hospitalsmühle hat’s mal wieder gekracht, für die Anwohner bedeutet das: noch größeres Verkehrschaos als gewöhnlich. Viele von ihnen beschweren sich über aufheulende Motoren, Autos auf dem Gehweg und abrasierte Spiegel.

Ein ganz normaler Nachmittag an der Hospitalsmühle: Mehrere Personenwagen-Fahrer bemühen sich, aneinander vorbei zu kommen - unter großzügiger Nutzung des Gehwegs. Die Polizei ist vor Ort, um den soeben geschehenen Unfall aufzunehmen; eine junge Frau mit Kind muss auf die Straße ausweichen, um vorbeizukommen.Lösung erst nach Zurmaiener-Ausbau

"Da wollte wohl einer aus der Lücke wieder raus, in der er gewartet hatte, und der andere kam von hinten und sah ihn nicht", vermutet Ansgar Hüls, der das Ganze von seinem Fenster aus beobachtet hat. Der Anwohner ist erbost: "Ich wohne hier noch gar nicht lange, aber das geht mir so dermaßen auf die Nerven!" Die Hospitalsmühle ist eine enge Verbindungsstraße zwischen Zurmaiener- und Herzogenbuscher Straße; vor allem während des Berufsverkehrs morgens und am späten Nachmittag machen sich Raser, Lärm und Stau für die Anwohner unangenehm bemerkbar - obwohl hier Tempo 30 vorgeschrieben ist. "Der Verkehr ist kein konstanter Fluss", sagt Ansgar Hüls. "Die fahren im ersten Gang 40 oder 50, sie müssen ja vielleicht wieder einscheren. Sehen sie einen von hinten, dann rasen sie hier durch, damit sie nicht noch einmal anhalten müssen." Er habe Spitzengeschwindigkeiten von etwa 70 Stundenkilometer beobachtet. "Und sie fahren oft auf dem Gehweg." Den Spiegel an seinem Fahrzeug hat er längst eingeklappt. "Bei dem Citroen vom Nachbarn ist der Spiegel abrasiert worden." Auch die 89-jährige Anwohnerin Gertrud Trierweiler-Schwickerath wartet seit Jahren auf eine Lösung der Probleme. "Die Straße soll doch beruhigt werden, ich hoffe, dass das dieses Jahr klappt. Die Lastwagen fahren hier rauf und runter, das ist furchtbar." Bereits 1991 habe sie eine entsprechende Initiative ins Leben gerufen und Unterschriften gesammelt. "Der Ausbau der Zurmaiener Straße wird im Herbst beendet sein", teilt der Pressesprecher der Stadt, Ralf Frühauf, mit. "Baudezernent Peter Dietze wird das Thema Hospitalsmühle dann noch einmal aufgreifen. Im September wird es bei der Sitzung des Verkehrsausschusses erörtert werden." Am Knotenpunkt Hospitalsmühle bei der Zurmaiener Straße sei eine Ampel vorgesehen, man werde links und rechts abbiegen können. Die Hospitalsmühle als Einbahnstraße? "Da muss man die Sitzung abwarten."

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