Im Gedenken an den Großvater
Trier · In engem Zusammenhang mit dem 75. Jahrestag der Pogromnacht zeigt die Volkshochschule Trier am Sonntag, 10. November, 16.45 Uhr, im Broadway-Filmtheater in der Paulinstraße unter der Schirmherrschaft von Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen die Uraufführung des Dokumentarfilms "Auf der Suche nach dem letzten Juden in meiner Familie". Der in Berlin lebende Regisseur Peter Haas wurde auf der Suche nach den Spuren seines 1942 im KZ Buchenwald ermordeten jüdischen Großvaters Eduard Haas in Trier fündig, wo dieser 1884 geboren wurde.
Der Film von Peter Haas und Co-Autorin Silvia Holzinger zeigt die Lebensstationen seines Großvaters in der Moselmetropole auf und konfrontiert seine zehn Cousinen und Cousins, die weit verstreut in Deutschland und Europa leben, mit den Fragen, ob sie ihre Herkunft überhaupt noch interessiert und welche Rolle sie in ihrem Leben gespielt hat. Nach der Filmpremiere stehen Haas und Holzinger bei einer Diskussion Rede und Antwort.
Gemeinsam mit der Jüdischen Kultusgemeinde gedenkt die Stadt Trier am Samstag, 9. November, 18 Uhr, der Opfer der Pogromnacht vom 9. November 1938. Mit diesem Tag begann die systematische nationalsozialistische Vernichtungspolitik, der sechs Millionen Juden zum Opfer fielen.
Klaus Jensen und die kommissarische Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde, Jeanna Bakal, werden an der Stele Am Zuckerberg/Metzelstraße einen Kranz niederlegen. Die Stele erinnert an die alte und zerstörte frühere Synagoge in Trier. Eine Schweigeminute, Worte des Gedenkens und ein Gebet in hebräischer Sprache runden die Feierstunde, zu der alle Bürger herzlich eingeladen sind, ab. red
Weitere Infos zu dem Film gibt es im Internet unter
www.der-juedische-grossvater.de