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Im Hafen brummt der Konjunkturmotor

Im Hafen brummt der Konjunkturmotor

Gute Nachrichten in Krisenzeiten sind stets willkommen: Nach dem Umschlagrekord im Vorjahr peilt die Trierer Hafengesellschaft nach einem überaus erfolgreichen ersten Halbjahr 2009 wieder ein sehenswertes Geschäftsjahr an. Dass die Umschlagzahlen an den Kais des Trierer Hafen derart hoch sind, dafür sorgt der derzeit stabil bleibende Mineralöl- und Dieselpreis.

Trier. Während die Automobilbranche immer noch unter den Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise ächzt, sitzt man im Büro der Trierer Hafengesellschaft und schaut gelassen auf das geschäftige Treiben an den Kais. "Wir haben den Vorteil, dass wir hier im Hafen unterschiedliche Branchen haben", erklärt Volker Klassen, Prokurist der Trierer Hafengesellschaft, im TV-Gespräch. In Krisenzeiten ist ein Branchenmix eine sichere Bank. Aber vor allem das derzeitige niedrige Preisniveau des Mineralöls und des Diesel kurbelt die Umschlagzahlen an den Kais des Trierer Hafens an. Nach dem fulminanten Umschlag ergebnis 2008 (1 164 116 Tonnen) stehen beim Blick auf die erste Hälfte 2009 die Zeichen wieder auf einem sehr guten Ergebnis.

Der wasserseitige Umschlag überschritt 2005 mit rund 1 085 000 Tonnen erstmals die Millionengrenze. "Wir sind in diesem Jahr ganz gut unterwegs", zieht Klassen eine erste Bilanz. Wenn das zweite Halbjahr so gut läuft wie das erste, könne man wieder mit einem sehr guten Ergebnis rechnen, prognostiziert Klassen, auch wenn nicht wieder ein neuer Rekord zustande kommt. "Wir sehen uns in diesem Jahr wieder in der Million, aber siebenstellig ist erstmal unser Ziel", sagt Volker Klassen.

Zudem setzt man der Erfolgswelle im Trierer Hafen noch eine Schaumkrone auf, denn die Hafengesellschaft investiert in diesem Jahr in eine neue Logistikhalle. Die 1300 Quadratmeter große Halle soll bis Anfang nächsten Jahres fertiggestellt sein. Und die Hälfte der neuen Fläche ist bereits vermietet. Zusätzlich sollen Photovoltaik-Anlagen (550 KWp) auf den Hallendächern die Kraft der Sonne einfangen. Ökologisches Denken muss sich auch in der Logistikbranche festsetzen, meint der Prokurist. Einziges Sorgenkind hingegen ist die Hafenbahn. Die fährt kontinuierlich Minuszahlen ein. Allein im Vorjahr betrug der Einbruch bis zu 65 Prozent, da die Nachfrage an Stahl rapide zurückgegangen war. "Die ist deutlich im Minus", versucht Klassen die Lage nicht zu beschönigen. Über die Zukunft der Hafenbahn wird demnächst im Hafen ernst nachgedacht.

Seit 1999 hat sich die Trierer Hafengesellschaft aufgemacht, die Abhängigkeit vom Heizöl- und Dieselumschlag sukzessiv zu reduzieren. Betrug der Mineralöl- und Dieselumsatz 1999 noch 90 Prozent (rund 800 000 Tonnen) des Gesamtumsatzes, so bewegt man sich heute im Bereich von 55 bis 75 Prozent - je nachdem, wie der Ölpreis sich gebärdet. Über den Jahrtausendwechsel schaffen Umstrukturierungs-Maßnahmen eine breitere Branchenpalette. Von 2002 bis 2003 wurde der Trierer Hafen um ein Drittel erweitert. EXTRA Der Trierer Hafen wurde zwischen 1957 bis 1969 gebaut und stetig erweitert. Der Hafen versteht sich als Logistikdrehscheibe der Region im Dreiländereck. Er ist der einzige Moselhafen auf deutscher Seite. Hauptsächlich schlägt die Trie rer Hafengesellschaft Erdöl, Mineralöl und Gas (rund 765 000 Tonnen), Fahrzeuge und Maschinen (Bauteile für Windräder, rund 968 Tonnen), Futtermittel (rund 6300 Tonnen), Gestein und Erde (rund 17 000 Tonnen) sowie Erze und Eisenabfälle (rund 260 000 Tonnen) um. (zad)