Im Kampf gegen die Schlafräuber

Im Kampf gegen die Schlafräuber

TRIER. (mhf) Unruhige Nächte gehören zu ihrem Alltag: Menschen mit Schlaf-Wach-Störungen plagen sich mit ihrem Leiden. Fernseharzt Dr. Günter Gerhardt gibt bei einem Vortrag im Trierer Wirtschaftsgymnasium Tipps für Betroffene.

Sie wälzen sich um zwei Uhr nachts unruhig im Bett herum und können nicht schlafen. Das Kopfkissen ist längst durchgeknetet, doch sie drehen sich immer nur von einer Seite auf die anderen. Je weiter die Nacht voranschreitet, desto ungeduldiger werden diejenigen, die an Schlaf-Wach-Störungen leiden. Es wird drei, vier, fünf Uhr. Gegen sechs Uhr morgens schlafen sie dann endlich resigniert ein. "Das ist ganz normal, denn in der Resignation steckt Entspannung", erklärt der durch Radio- und Fernsehsendungen bekannte Hausarzt Dr. Günter Gerhardt. Die Aula des Wirtschaftsgymnasiums ist fast bis auf den letzten Platz gefüllt, als der Fernseharzt unter Beifall die Bühne betritt und an das gespannte Publikum die Frage richtet, ob denn auch alle gut geschlafen hätten. Nachdem Gerhardt vor einem Jahr schon einmal in Trier zu einem Vortragsabend über Herz- und Kreislauferkrankungen zu Gast war, stand in diesem Jahr das Krankheitsbild der Schlaf-Wach-Störungen im Mittelpunkt. Ob Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus, schlafgebundene Atmungsstörungen, Zappelbeine oder nächtliches Wasserlassen: Schlaflosigkeit kann viele Gründe haben, die oftmals nur im Schlaflabor entdeckt werden können. Sie reichen vom Stress im Alltag über ungesunde Schlafbedingungen bis hin zu körperlichen Ursachen. Entsprechend groß ist die Zahl der Therapiemodelle. "Dies ist ein riesiges Thema mit einer hohen Dunkelziffer und stößt bisher auf die größte Resonanz beim Publikum. Unsere Veranstaltung wird im Durchschnitt von 500 Zuhörern besucht", unterstreicht Gerhardt. Dies verwundert kaum, leidet doch mittlerweile etwa jeder Vierte in Deutschland unter Schlafbeschwerden.Schlafmittel wirken kaum

Schlafmittel können dem Patienten auf Dauer keine Besserung verschaffen, da sie zwar kurzzeitig wirksam sind, dem eigentlichen Übel dabei aber nicht auf den Grund gegangen wird. Der Mensch braucht gesunden natürlichen Schlaf. Wer dennoch zu Medikamenten greifen möchte, dem rät Gerhardt, auf natürliche Stoffe wie Johanniskraut, Baldrian, Hopfen und die Passionsblume zurückzugreifen. "Übrigens ist das alkoholfreie Bier ein hervorragendes Schlafmittel", empfiehlt er. Unterstützt wurde der Fernseh-Arzt bei seinem Vortrag von fachkundigen Kräften, wie dem Leiter des Schlafzentrums im Pfalzklinikum, Dr. Hans-Günter Weeß, dem Chefarzt der "Schwarzwaldklinik" Medical Center in Obertal, Dr. Joachim Dietz, sowie Dr. Uta Engels vom Deutschen Olympischen Sportbund. Auf die Frage, wie er denn auf die Idee gekommen sei, mit seinen Informationsveranstaltungen durch 20 deutsche Städte zu reisen, verweist Gerhardt auf das Einstellen der großen Gesundheitssendungen seitens der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten. Der Allgemeinmediziner, der in Wendelsheim bei Alzey eine Gemeinschaftspraxis betreibt, sieht sich aber weiterhin seinem Aufklärungsauftrag verpflichtet. "Wenn ich nicht mehr über den Bildschirm kommen kann, dann komme ich eben selbst in die Städte", scherzt Gerhardt. Weitere Infos zum Thema "Schlaflosigkeit" erhält man unter Telefon 06131/6225077.