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Im Kreis gehen Uhren anders als in der Stadt

Im Kreis gehen Uhren anders als in der Stadt

Am Ende zählt nur das Gesamtergebnis. Doch ein Blick in die Tabellen zeigt, dass die Bürger im Wahlkreis 24 teilweise ganz andere Vorstellungen davon haben, wie im Land Politik gemacht werden soll. Wer, wo besonders gut oder schlecht abgeschnitten hat, zeigt die Analyse.

Schweich/Trier. Zwischenzeitlich hat es kurz nach einer Überraschung ausgesehen. Bis gegen 19 Uhr liefern sich Arnold Schmitt und Ingeborg Sahler-Fesel ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Doch am Ende entscheidet Schmitt das Rennen klar für sich. Er holt das Direktmandat, während seine CDU auf Landesebene Sitze einbüßt (siehe Grafik). Freuen kann sich Sahler-Fesel trotzdem. Denn ihre SPD hat in Mainz die Nase vorn. Und auch in ihrem Wahlkreis sieht es gut aus für die Sozialdemokraten.
Wäre nur der zur Stadt Trier gehörende Teil des Wahlkreises entscheiden gewesen, dann hätte die gebürtige Ehrangerin vorne gelegen. Gut 48 Prozent votierten beispielsweise in den Wahlbezirken 1+2 für Sahler-Fesel, Arnold Schmitt kam dort nur auf 18 Prozent. Der holt in seinem Heimatort Riol nur noch gut 57 Prozent. Das sind satte 12,5 Prozentpunkte weniger als 2011. Bernhard Busch (FDP) kommt in seiner Heimatgemeinde Waldrach auf gut zwölf Prozent, Thomas Held (AfD) in seinem Heimatort Welschbillig auf gut zehn. Mehr Zustimmung erhielt er vor allem in Trier-Ehranger Wahllokalen und in Farschweiler.Unterschied Stadt - Land

Im Kreis gehen Uhren anders als in der Stadt
Foto: Friedemann Vetter (VE.) ("TV-Upload Vetter"


Wie bereits bei früheren Wahlen hat sich wieder gezeigt, dass der Wahlkreis keine Einheit bildet. Die Trierer Stadtteile Ehrang, Biewer, Pfalzel und Ruwer sind auch bei dieser Wahl stärker sozialdemokratisch geprägt. Bei den Zweitstimmen liegt die SPD am Ende mit gut 38 Prozent gut zwölf Prozentpunkte vor der CDU. Und ähnlich wie bei den Stimmen für die Direktkandidaten schneidet auch bei Zweitstimmen die AFD in Trier meist besser ab als in Landkreisgemeinden.
Auch 2016 hat sich gezeigt, dass es besonders in den kleineren Gemeinden im Vergleich mit der Wahl 2011 große Veränderungen gibt. Beispiel Ollmuth: Dort hat die SPD bei den Landesstimmen um gut 15 Prozentpunkte auf 44 Prozent zugelegt. Die CDU liegt nach einem Rückgang um elf Prozentpunkte dort mit 38,5 Prozent dahinter.
Doch auch in größeren Orten hat es teils starke Verschiebungen gegeben. In Trierweiler legte die SPD bei den Zweitstimmen ebenfalls auf 40,5 Prozent kräftig zu (plus 11,2 Prozentpunkte). Dies geschah offensichtlich nicht auf Kosten der CDU, die bei 32 Prozent landet (minus 2,4 Prozentpunkte). Sondern eher auf Kosten der Grünen. Die fuhren 2011 22 Prozent ein. Nun sind es nur noch 6,2 Prozent gewesen. Eine ähnliche Entwicklung hat es beispielsweise im benachbarten Igel oder Ralingen gegeben.
Aufgrund der Einwohnerzahl ist es wichtig, wie das Ergebnis in der Stadt Schweich ausfällt. Bis kurz vor 21 Uhr hat es am Wahlabend gedauert, bis dort die letzten Stimmen gezählt waren. In der Wählergunst lag dort Arnold Schmitt vor der Lokalmatadorin Ingeborg Sahler-Fesel. Bei den Landesstimmen hingegen lagen die Sozialdemokraten vor den Christdemokraten.
Geht man nur nach den Prozentergebnissen, so gibt es für jede Partei Gemeinden oder Stadtteile, auf die sie mit besonderem Wohlwollen blickt. Das beste Zweitstimmenergebnis holte die SPD in Holzerath (VG Ruwer) mit 53,3 Prozent. Für die CDU lief es in Schleich (VG Schweich) mit 56,5 Prozent. Grüne Hochburg ist Hockweiler (VG Trier-Land) mit 8,9 Prozent. Die FDP kam in Longen auf 15,9 Prozent. 18,1 Prozent der Landesstimmen entfielen im Trierer Wahlbezirk Ehrang 5 auf die AFD.