Im mongolischen Rundzelt die Natur genießen

Im mongolischen Rundzelt die Natur genießen

Ein naturnahes wie originelles Feriendorf entsteht auf dem Gelände um den Rioler Freizeitsee Triolago. Harald Forster aus dem Hunsrück errichtet dort 15 mongolische Rundzelte, sogenannte Jurten, um sie als Ferienhäuser zu vermieten.

Harald Forster präsentiert das Muster-Rundzelt. TV-Foto: Friedhelm Knopp.

Riol. Bei der Anfahrt zur Erlebnisrodelbahn auf dem Rioler Triolago-Gelände fällt ein merkwürdiger Rundbau auf, den Kenner eher in der mongolischen Steppe als in Riol vermuten würden.
Das geräumige Nomadenzelt, eine sogenannte Jurte, ist das "Musterhaus" für ein ungewöhnliches Feriendorf, das Harald Forster aus Langweiler/Hunsrück auf dem Gelände plant. Einen Hektar Fläche hat er für die Errichtung von 15 unterschiedlich großen Rundzelten von der Becker Freizeit GmbH Riol gepachtet.
Rund 500 000 Euro will Forster in das Projekt mit entsprechender Infrastruktur wie Wegen, Toiletten- und Wasch- und Duschhaus investieren. Gestaltet wird das Feriendorfgelände vom Rioler Landschaftsarchitekten Egbert Sommer.
Die Jurten sollen in verschiedenen Größen angeboten werden - für Paare, für Familien und für Gruppen. Die stabilen und absolut wetterfesten Rundzelte bestehen vereinfacht gesagt aus einem Holzgerüst, das mit Baumwolltuch, wärmedämmendem Wollfilz und einem wasserdichten Segeltuch abgedeckt wird. Den Boden bildet eine Holzplatte auf einem Kiesbett.
Eingerichtet sind die Jurten nach mongolischem Vorbild mit rustikalem Mobiliar: Betten, Tisch mit Stühlen, ein mit Holz befeuerter Herd zum Kochen und Heizen sowie Regalen. Nur etwas sucht der Besucher in dem geräumigen und gemütlichen Rundbau vergebens: Wasserhahn, elektrischen Strom, Fernsehgerät, CD-Player und PC.
"Das ist kein Hotelbetrieb mit vollem Komfort und Service, sondern hinter unserer Ferienidee steckt eine naturnahe Philosophie", sagt Forster. Man wolle Menschen ansprechen, die den Umgang mit der Natur suchten. Wasser komme nicht einfach aus der Leitung, und zum Kochen auf dem Herd müsse erst einmal Holz gehackt werden.
Geplant sei der Feriendorfbetrieb jeweils von April bis Oktober. Über den Winter würden die Zelte abgebaut. Forster: "Die trotzen zwar auch der Winterwitterung, aber dann fehlt hier die Nachfrage."
Sven Thiesen von der Touristinformation Römische Weinstraße hatte das Projekt nach Kräften unterstützt. "Diese naturnahe Form der Ferienunterkunft ist keine Konkurrenz für das heimische Hotelgewerbe, sondern eine willkommene Ergänzung. Dadurch werden Personen und Gruppen angesprochen, die wir sonst vielleicht nicht hierher bekommen würden", sagt Sven Thiesen.
Das Genehmigungsverfahren für die Errichtung von "Häusern" auf der grünen Wiese (Außenbereich), die gar keine echten Häuser sind, ist nach Angaben von Investor Forster sehr kompliziert. Aus diesem Grund sei er nach Riol gegangen. Forster: "Das Rioler Triolago-Gelände ist der einzige Bereich in Rheinland-Pfalz, bei dem alle Planungs- und Genehmigungsverfahren abgeschlossen sind und wo man so etwas problemlos verwirklichen kann."Die Jurte ist das traditionelle Zelt der Nomaden in West- und Zentralasien. Besonders verbreitet ist sie in der Mongolei und in Kasachstan. Sie besteht aus einem runden Holzgerüst, das mit Baumwoll- und Filztextilien eingedeckt wird. Sie kann meist in weniger als einer Stunde demontiert und wiedererrichtet werden und lässt sich verhältnismäßig klein verpacken. In der Mitte der Jurte stehen ein kleiner Herd, ein niedriger Esstisch, dazu Betten am Rand, die tagsüber als Sitzgelegenheit dienen, sowie ein oder zwei Kommoden (diese Einrichtung ist bei den Rioler Jurten leicht "mitteleuropäisch" modifiziert, etwa durch eine Bar-Anrichte). Auch heute noch haben Jurten in der Mongolei eine große Bedeutung: Nicht nur die Nomaden, sondern auch Teile der städtischen Bevölkerung leben für einen Teil des Jahres oder ganzjährig in der Jurte, die im Winter meist wärmer ist als die Häuser. f.k.