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Im Norden ist langer Atem gefragt

Im Norden ist langer Atem gefragt

Grillplätze am Moselufer, Moselbahn-Durchbruch, Sanierung Metternichstraße - die Dauerbrenner-Themen bleiben Trier-Nord wohl noch lange Zeit erhalten. Die Signale im Zuge der städtischen Haushaltsdebatte sind aus Sicht des Ortsbeirats jedenfalls wenig ermutigend.

Trier-Nord. Wer über den Weg der kommunalen Politik Veränderungen für seinen Stadtteil erreichen möchte, braucht häufig einen langen Atem. Vom Beschluss ein vielfach gewünschtes Anliegen umzusetzen bis zu dessen tatsächlicher Realisierung können Jahre vergehen - wenn sie denn überhaupt zustande kommt. Ein für Außenstehende kaum zu durchblickender Dschungel aus Ämterzuständigkeiten, Haushaltsvorschriften sowie Vorgaben durch Länder- und Bundesprojekte begrenzt den Handlungsspielraum. Chronisch knappe Kassen wie im Fall der Stadt Trier tun ihr Übriges.
Seit über 20 Jahren steht beispielsweise der Moselbahn-Durchbruch auf der Agenda, eine neue Verkehrsverbindung zwischen Kürenzer- und Metternichstraße über das brachliegende Gelände der ehemaligen Moselbahn. Bebauungspläne, Mobilitätskonzepte und politische Willensbekundungen gab es zahlreich. Im Entwurf für den anstehenden Doppelhaushalt 2017/2018 taucht indes das Projekt an keiner Stelle auf, wie der Ortsbeirat Trier-Nord kritisiert.
Ohne Haushaltsansatz könnte aber in den kommenden beiden Jahren noch nicht einmal mit einer Planung begonnen werden. Einstimmig mahnt der Ortsbeirat an, den Moselbahn-Durchbruch und die ebenfalls aus dem Haushalt verschwundene Sanierung der Metternichstraße wieder in die Liste der anstehenden Vorhaben aufzunehmen. Die Entscheidung trifft der Stadtrat.
Aber nicht immer liegt es an fehlendem Geld. Im Juni hatten die Vertreter des Stadtteils beschlossen, ein bis drei Grillplätze am Moselufer einzurichten und dafür 16 000 Euro aus dem eigenen Budget eingeplant (der TV berichtete). Auch hier reicht die Vorgeschichte viele Jahre lang zurück. Mit Verweisen auf Hochwassergefahr und befürchtete Vermüllung sei ein Grillplatz von der Verwaltung immer wieder abgelehnt worden, schildert Ortsbeiratsmitglied Philipp Bett (CDU). Dann jedoch wurde im Stadtteil Gartenfeld/Mitte ein solcher Platz am Flussufer genehmigt und gebaut. "Man will uns jetzt glaubhaft machen, das sei ein Einzelfall gewesen. Aber wir bleiben hartnäckig", versichert Bett.
In diesem Jahr wird sich allerdings nichts mehr tun, da die Stadtverwaltung zunächst den Fortgang der Deichsanierung am Zurlaubener Ufer abwarten möchte. Da hier die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD) als zuständige Landesbehörde beteiligt sei, müssten deren Vorgaben für die Gestaltung des Moselufers berücksichtigt werden. Im Gegenzug wäre es aber zumindest möglich, dass die Stadt im Rahmen des Gesamtvorhabens auch für Grillplätze finanzielle Unterstützung durch das Land erhält, berichtet Bett.
Der Ortsbeirat Trier-Nord hat wegen des Aufschubs seine 16 000 Euro vorläufig zurückgestellt. Dieses Geld aus den Haushaltsjahren 2015 und 2016 fließt nun in die Erneuerung der Rutsche am Spielplatz im Nells Park. Die Grillplatz-Frage zieht unterdessen bereits weitere Kreise. Im benachbarten Stadtteil Ruwer ist sie ebenfalls Langzeitthema: Erste Stimmen werden im Ortsbeirat laut, das Vorhaben nun erneut aufzugreifen.Extra

Im Zusammenhang mit der geplanten Neugestaltung des Vorplatzes am Bürgerhaus Trier-Nord (der TV berichtete) wird auch der Verkehrsübungsplatz der benachbarten Grundschule instand gesetzt. Markierungen sollen aufgefrischt und zusätzliche Grünstreifen zur Auflockerung angelegt werden. Für das Haushaltsjahr 2017/2018 hat der Ortsbeirat eine erste Grobplanung erstellt. Als größeres Vorhaben ist 2017 mit 10 000 Euro die Neugestaltung des Eingangsbereichs der Kita Sonnengarten vorgesehen. 2018 sind 10 000 Euro für die Anschaffung eines Schwimmpontons für Veranstaltungen am neu gestalteten Moselufer eingestellt. Weitere Spielhallen oder Wettbüros sind in Trier-Nord nicht zu erwarten. Wie ein von der Stadtverwaltung erstelltes Konzept zeigt, ließe das Baurecht zwar teilweise zusätzliche Einrichtungen zu. Die parallel notwendige Genehmigung durch das Gewerberecht sei jedoch ausgeschlossen aufgrund von Vorgaben zu Mindest-Bauabständen im Landesglücksspielgesetz. ten