Im Norden viel Neues

Urlaub in Dänemark - da denkt man an Meer, lange Strände, hübsche Ferienhäuser und leckere Fischgerichte. Aber an Wein? Kürzlich las ich in einer lllustrierten einen Beitrag über einen Winzer, der auf der dänischen Ferieninsel Bornholm ein Weingut führt.

Auf knapp drei Hektar Anbaufläche erntet er, so der Bericht, im Schnitt etwa 10 000 Liter Wein, die er problemlos an die vielen Urlauber vermarkten kann. Über die Qualität des Weines ist in dem Bericht nicht viel Erhellendes zu lesen. Dafür klingt die Beschreibung umso poetischer: "Der Wein schmeckt nach Wind und Sonne, kräftig herb mit besonderer Note, irgendwie nach Bornholm."
Wein aus Skandinavien, aus der Heimat der Wikinger, das ist nichts Außergewöhnliches mehr.
Dänemark ist inzwischen von der EU als Weinbaugebiet anerkannt, ebenso Schweden. Fakt ist: Der Klimawandel hat die Weinbaugrenze weiter nach Norden verschoben.
Zu einem kleinen, aber feinen Anbauland entwickelt sich auch die Niederlande. In der südlichen Provinz Limburg teilen sich rund 30 Weingüter 250 Hektar Weinbaufläche. In Großbritannien, einem der wichtigstens Exportmärkte für deutsche Weine, wächst die Rebfläche ebenfalls rasant. Über 1500 Hektar sind bereits mit Sorten wie Chardonnay, Spätburgunder und Bacchus bestockt. Gut möglich, dass in einigen Jahren in Großbritannien soviel Wein angebaut wird wie an Mosel, Saar und Ruwer. Übrigens: Die Römer hatten den Wein in Großbritannien eingeführt. Es muss damals also deutlich wärmer gewesen sein. Das Klima ist ständig im Wandel und damit der Weinbau auch.

Diese und andere Kolumnen finden Sie im Internet unter
<%LINK auto="true" href="http://www.volksfreund.de/kolumne" text="www.volksfreund.de/kolumne" class="more"%>