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Im Sommer soll die Glocke klingen - Unternehmer-Ehepaar will Triers ältestes Gasthaus am 12. August neu eröffnen

Im Sommer soll die Glocke klingen - Unternehmer-Ehepaar will Triers ältestes Gasthaus am 12. August neu eröffnen

Triers dienstältestes Wirtshaus wird seine Tore im Sommer wieder öffnen. Investor Peter Brommenschenkel kündigt zum ersten Mal überhaupt einen möglichen Starttermin für die sanierte und umgebaute Glocke an. Das Gasthaus, dessen Geschichte bis 1803 zurückreicht, soll seinen Betrieb am 12. August wiederaufnehmen.

Trier. "Wir können dieses Datum nicht zu 100 Prozent garantieren, denn es gibt noch sehr viel zu tun", sagt Peter Brommenschenkel bei einer Tour durch die Baustelle in der Glockenstraße. "Aber der 12. August ist klar unser Ziel." Dieser präzise Termin sei die Idee und der Wunsch seiner Frau Anne. Multiunternehmer Brommenschenkel, dem auch die Parfümerie Pierre, die Restaurants Pasta Pasta und Oechsle sowie weitere Betriebe in mehreren Städten gehören, wird am 12. August 60 Jahre alt.Millionen investiert


2011 hat das Ehepaar Brommenschenkel das Wirtshaus Zur Glocke gekauft. Im Spätherbst 2013 begannen die aufwendigen Umbauarbeiten, deren Abläufe und Fortschritte von der Glockenstraße aus nicht sichtbar sind. Denn die denkmalgeschützte Fachwerkfassade aus dem 18. Jahrhundert wird sich nicht ändern. Erst dahinter entsteht ein neuer Komplex aus Gaststätte und Hotel. Die genaue Investitionshöhe hält das Unternehmerehepaar geheim, dementiert aber auch nicht, dass es sich um eine Millionensumme handelt.
"Es war uns von Anfang an klar, dass dieses Projekt mit einem enormen Aufwand verbunden sein wird", sagt Brommenschenkel heute. Alle Grundstücksnachbarn seien von Beginn an eingebunden gewesen. "Vor allem die Kirche hat uns enorm geholfen", erzählt der Unternehmer. So musste der 55 Meter hohe Kran nicht die belebte Glockenstraße blockieren, sondern konnte hinter der Glocke auf einem Grundstück der Philippskurie aufgestellt werden. Auch der Bauhof wurde auf dem Gelände der Kirche eingerichtet.
"Je weiter unsere Arbeiten voranschritten, umso spannender wurde es", erzählt Brommenschenkel. Das denkmalgeschützte Vorderhaus wurde 1567 auf Mauern aus dem 12. Jahrhundert errichtet. Der Gewölbekeller ist 800, die Grundmauer sogar mehr als 1000 Jahre alt. "Jeder Sanierungsschritt erfolgt in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege", sagt der Bauherr.
Eine Bausubstanz dieser historischen Qualität erfordere höchste Vorsicht. "Dessen sind wir uns immer bewusst gewesen", sagt der Unternehmer. Archäologische Untersuchungen und auch baugeschichtliche Forschungen unter der Regie des Rheinischen Landesmuseums und der Historikerin Marzena Kessler gingen dem Umbau voraus.
Schwierigkeiten gab es nur in einem Fall. Gegen Ende 2013 verhängte die Stadt einen Baustopp in der Glocke, dessen Basis ein Verfahren der Bauaufsicht war. Eine denkmalgeschützte Wand war dem Abbruch zum Opfer gefallen, ein von der Baugenehmigung nicht abgedeckter Sanierungsschritt. Die Stadt zog den Bauherrn zur Verantwortung, seitdem geht es wie geplant weiter. Im März 2014 erklärte Peter Brommenschenkel: "Es ist alles genehmigt, was noch offen stand."
Mit Respekt und Hochachtung spricht der Investor von seinem Architekten Rudolf Weidert. "Die Energie und Kompetenz dieses Mannes, der auf die 80 zugeht, sind einfach enorm." Unter Weiderts Leitung entsteht die neue Glocke. Die Küche wird vom alten Standort im Erdgeschoss ins erste Obergeschoss verlegt. Sie weicht damit einem weiteren Gastraum, der die Zahl der Plätze von 80 auf 120 erhöht.Keller als Glanzstück


Weitere 80 Plätze wird das Glanzstück der neuen Glocke bieten. 4,40 Meter unter der Glockenstraße wird der alte Gewölbekeller zum Gastraum. Schon jetzt bietet der Keller einen imposanten Anblick. Er wird auch über einen Aufzug erreichbar sein.
Zur neuen Glocke wird auch ein Hotel gehören. Peter und Anne Brommenschenkel bauen sechs Doppelzimmer, drei davon erstrecken sich über zwei Geschosse. Die wesentliche Frage, wo die Gäste des Wirtshauses und des Hotels parken sollen, hat das Unternehmerehepaar auch bereits gelöst. "Wir haben die alte Villa gegenüber der Porta Nigra gekauft", verrät Anne Brommenschenkel. Ebenfalls erworben haben die Unternehmer die Tiefgarage, die unter der Villa und dem dahinter stehenden Gebäude liegt. "Dort stehen um die 30 Parkplätze zur Verfügung", sagt Peter Brommenschenkel. "Die Einfahrt liegt in der Engelstraße." Die Glocke ist nur ein paar Fußminuten weit weg.