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Im Stahlkäfig in den Abendhimmel

Im Stahlkäfig in den Abendhimmel

TRIER. "Milliunen" gut gelaunte Leit, ein überaus freundlicher Petrus und ein grandioses Feuerwerk über der Mosel: Vier Tage genießen Trierer und Touristen das Heimatfest Zurlauben.

Dichtes Gedränge an der Mosel: Noch zwei Stunden sind es bis zum Höhepunkt des beliebten Heimatfestes. Jung und alt ziehen in Scharen zum Ufer. Familien vertreiben sich die Zeit auf dem Kirmesplatz. Die Attraktion dort ist der "Sling-Shot", bei dem Adrenalin-Junkies voll auf ihre Kosten kommen. Sabine und Kai sind mutig und nehmen in der käfigähnlichen Stahlkugel Platz. In nur 2,2 Sekunden werden sie von null auf 140 Stundenkilometer beschleunigt in den blauen Abendhimmel geschleudert. Mit offenen Mündern verfolgen Passanten das mit 15 Euro pro Person nicht ganz billige und nur für Nervenstarke gedachte Kirmesvergnügen. Das Gekreische von Sabine 65 Meter über der Erde, in der Kugel, die an Seilen befestigt ist und die beiden Insassen hin und her wirbelt, jagt den Zuschauern die Gänsehaut über den Rücken. Während die einen gen Himmel streben, lassen sich immer mehr Menschen auf den Sommerwiesen an den Hängen des Moselufers nieder oder flanieren über die Promenade. Parallelen zum Altstadtfest sind zum Leidwesen der Veranstalter zu erkennen. Mitgebrachte bunte Becher und mit Getränken voll bepackte Rucksäcke, vor allem von jungen Leute, zeichnen das Wiesenbild. "Das ist ein neuer Trend", meint ein Student. "Es ist ganz klar, wenn wir abends weggehen, dann bringt halt jeder was mit, um Kosten zu sparen", sagt seine Freundin. Rüdiger Bechtel, Schatzmeister der Karnevals-Gesellschaft "Wieweler", der zusammen mit dem Männergesangverein Zurlauben das traditionelle Heimatfest zum 48. Mal ausrichtet, weiß dass "das Geld nicht mehr so locker sitzt". Neben immer neuen Auflagen und damit steigenden Kosten tragen die Selbstversorger dazu bei, dass sich das Moselfest immer weniger lohnt. "Wenn das so weiter geht, weiß ich nicht wie viele Feste es hier noch geben wird", sagt Bechtel. Einen Feuerzauber am sternenklaren Nachthimmel bescherte der Pyrotechniker Hans Janßen dem Publikum. "Unglaublich, es wird jedes Jahr besser. Einfach grandios", lobte Michaela Schon das bunte Feuerspiel über dem Fluss. Feuerzauber über dem Fluss

Einen Platz in der ersten Reihe hatten die Passagiere des beleuchteten Schiffes, das über die Mosel schipperte. "Schöner gehts nich" sagte eine von der gesamten Kulisse begeisterte Monika Schlieren aus Detzem. Nach dem Feuerwerk feierten die Menschen bei einem lauen Sommernachtswind zu den Klängen von "Hot fruit" und Deafon Goblins" bis in die frühen Morgenstunden. Auch heute lockt das Heimatfest Zurlauben an die Mosel: Um 15 Uhr beginnt ein Seniorennachmittag im Sängerheim Zurlauben, ab 19 Uhr steht "Stagefight" aus der Eifel auf der Bühne, anschließend spielen "die Gummibären". Das Click-Me-Team hat Eindrücke vom Fest am Zurlaubener Ufer aufgefangen: