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Im Trierer Land sind einige Gemeindem vom Hochwasser stark betroffen

Unwetter : Stromausfälle im Trierer Land noch nicht behoben – Kordel und Ralingen sind weiterhin überflutet

In der Verbandsgemeinde Trier-Land kam es aufgrund des extremen Hochwassers der Kyll und der Sauer zu Stromausfällen. In einigen Orten mussten Menschen evakuiert werden.

Einige Gemeinden in der Verbandsgemeinde (VG) Trier-Land sind von dem Hochwasser stark betroffen und mussten evakuiert werden. Die Trinkwasserversorgung war kurzfristig eingeschränkt. Grund dafür war, dass die Stromversorgung der Pumpen der Tiefbrunnen im Kylltal ausgefallen war, die Hochbehälter konnten nicht kontinuierlich befüllt werden, berichtet Michael Holstein, Bürgermeister der Verbandsgemeinde, auf TV-Anfrage. „Die Mitarbeiter der Werke der Verbandsgemeinde Trier-Land haben mit Hochdruck an der Lösung gearbeitet. Für alle Fälle war für eine Notversorgung vorgesorgt.“ Die Stromversorgung sei in weiten Teilen der VG kollabiert. In Gebieten, die vom Hochwasser betroffen waren, mussten aus Sicherheitsgründen die Ortsnetzstationen und Umspannanlagen vorsorglich abgeschaltet werden. Westnetz arbeite intensiv daran, dass die Stromversorgung wieder aufgebaut werden kann.

Für die Gemeinden, die an der Sauer betroffen sind, habe die Technische Einsatzleitung Mainz auf dem Sportplatz Newel ein separates Lagezentrum aufgebaut. Der Ortskern in Ralingen wurde geflutet. „Die Grundschule und Turnhalle konnten bisher durch Sandsäcke gesichert werden. Der Ortsteil Wintersdorf ist von der Außenwelt größtenteils abgeschnitten“, sagt Holstein weiter. Am Donnerstagnachmittag wurde noch geprüft, ob Menschen entlang der Sauer evakuiert werden müssen. Die Kita und Grundschule in Ralingen und Langsur bleiben am Freitag geschlossen. In Langsur ist die Wirtschaftsbrücke gesperrt, da „eine Beeinträchtigung der Stabilität durch großes Treibgut wie zum Beispiel Container nicht ausgeschlossen werden kann“, heißt es weiter. Die Kläranlagen entlang der Sauer sind überflutet.

In Kordel stieg der Pegel der Kyll auf knapp sieben Meter – das bisher höchste Hochwasser lag bei 4,8 Metern, sagt Holstein. Die gesamte Ortslage Kordel steht unter Wasser. Am Mittwochabend wurde der Katastrophenalarm ausgelöst. Der gesamte Hochwasserschutz wurde überflutet und einige Menschen mussten evakuiert werden. Die Grundschule und Kita Kordel bleiben am Freitag geschlossen.

Die 45 Bewohner des Seniorenheims in Kordel konnten in andere Einrichtungen verteilt werden. Zwischen zehn und 15 Evakuierte aus dem Seniorenheim waren am Donnerstagnachmittag noch im Bürgerzentrum in Schweich untergebracht. Nach Angaben eines Mitarbeiters des Deutschen Roten Kreuz vor Ort sei das allerdings nur vorübergehend. Geplant sei, dass die Senioren über Nacht woanders untergebracht werden können. Die Vorbereitung und Planung dafür lief noch. „Die evakuierten Menschen sollen alle die Möglichkeit haben in einem Bett zu schlafen, und nicht auf einer Pritsche. Wir bauen trotzdem alles auf und bereiten vor, für den Fall, dass in Schweich der Platz benötigt wird“, sagt der DRK-Mitarbeiter weiter. Einsatzkräfte des DRK und der Malteser waren vor Ort im Bürgerzentrum.

In Zemmer-Daufenbach war der Bereich „Mühlenflürchen“ wegen umgefallener Bäume und Schlammlawinen nicht mehr erreichbar und etliche Bürger mussten evakuiert werden, so der VG-Bürgermeister. Die Schulturnhalle in Rodt und das Bürgerhaus Schleidweiler standen dafür zur Verfügung. Im Bereich der Fidei (Zemmer, Schleidweiler, Rodt) kam es sonst nur punktuell zu Einsätzen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Hochwasser in Kordel - Bilder der Überschwemmung am 15. Juli 2021