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Im Visier der Ermittler: Hersteller, Halter, Fahrer

Im Visier der Ermittler: Hersteller, Halter, Fahrer

48 Tage nach dem Busbrand bei Mertesdorf steht noch nicht zweifelsfrei fest, wie das Feuer entstanden ist. Auch die Ermittlungen gegen den Fahrer dauern an. 51 Schüler hatten sich aus dem Bus gerettet; einige erlitten Rauchgas-Vergiftungen.

Trier/Mertesdorf. Die Staatsanwaltschaft hat die Akte "Schulbusbrand" noch nicht geschlossen. Wie Triers Leitender Oberstaatsanwalt Jürgen Brauer auf TV-Anfrage mitteilte, steht das abschließende Gutachten eines Sachverständigen zur Brandursache noch aus.

Wie berichtet, war am Morgen des 24. September ein Gelenkbus mit 51 Schülern aus dem Ruwertal auf dem Weg zu Trierer Schulen, als ein Zwillingsreifen in Brand geriet. Das Feuer griff auf den Fahrgastraum über; auf der L 149 zwischen Kasel und Mertesdorf hielt der Busfahrer an, die Schüler rannten ins Freie.

Polizei befragt neun Zeugen



Was zunächst wie eine vorbildliche Rettungstat des Fahrers aussah, relativierte sich durch Zeugenaussagen: Ein Rollerfahrer sagte aus, der Fahrer habe auf Warnhinweise, dass ein Reifen brenne, nicht reagiert. Schüler bemängelten das Verhalten des Busfahrers und sagten aus, es habe schon länger brenzlig im Bus gerochen.

Im Zuge der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den Busfahrer wegen fahrlässiger Körperverletzung sind laut Dieter Wiegandt von der Polizei Schweich bisher neun Personen vernommen worden.

Für die Bewertung des Falles sei die Brandursache von großer Bedeutung, sagte Oberstaatsanwalt Breuer. Nach vorläufiger Einschätzung sei der Brand durch Reibung an einem runderneuerten Zwillingsreifen entstanden. Dies könne aber beispielsweise durch unzureichenden Luftdruck oder Materialermüdung hervorgerufen worden sein. Erst das Gutachten, so Breuer, könne letztlich gesicherte Aufschlüsse über die strafrechtliche Verantwortung geben. In Frage kämen Hersteller, Halter und Fahrer.