Im Westen viel Neues

Trier · Wo Arbeiter einst Autositze herstellten, da singen und spaßen bald Künstler: Die Werkshalle 8 auf dem Bobinet-Gelände hat sich dank des Trierer Gastronomen und Pächters Nikos Tziorkas richtig rausgeputzt. In Trier-West staunten geladene Gäste über den Wandel, der für den Aufbruch des Stadtteils stehen soll.

Trier. Ein Satz steht an den Mauern der alten Textilfabrik in Trier-West, der sich dem Besucher der einstigen Industrieanlagen ins Gedächtnis einbrennen soll. "Bobinet ist kein Trend, sondern eine Haltung." Doch das Gelände, auf dem bis zum Aus im Jahr 2010 mal 800 Mitarbeiter tätig waren, ist auch eine Baustelle. Was aber hinter Steinen, Kies, Pfützen und Schlamm in der Werkshalle 8 mit dem hervorstechenden Turm entstanden ist, soll ein neues Zeitalter einleiten. Geladene Gäste aus Politik und Gesellschaft haben die Alte Färberei besucht und über den Wandel gestaunt: Die Färberei wurde komplett renoviert und dient zukünftig als Veranstaltungsort für Konzerte, Comedy-Programme oder gebuchte Feiern (der TV berichtete).
Der Trierer Gastronom Nikos Tziorkas hat die Halle gepachtet und ihr neues Leben eingehaucht. Die Gäste staunen über die weißen Tische, die von einem warmen, roten Licht angestrahlt werden. Über die Gaswolken von Trockeneis, die wie Nebel den Champagner an der Theke umhüllen. Und sie hoffen darauf, dass hier in Trier-West zukünftig ein neuer Fixpunkt lokaler Kultur besteht. Hans-Alwin Schmitz, Ortsvorsteher des Stadtteils Euren, hofft: "In einigen Jahren wird man sagen, dass hier ein echter Anfang gemacht wurde."
Alles hätte auch ganz anders laufen können, wenn die Entwicklungsgesellschaft Petrisberg (EGP) als Projektträgerin nach der Übernahme des Geländes andere Schwerpunkte gesetzt hätte.
Kein Rotlichtgewerbe


"Es gab Interessen, die die Anlagen für einen Wohnwagen-Park, eine Pilzzucht oder das Rotlichtgewerbe nutzen wollten", erzählt EGP-Geschäftsführer Jan Eitel. Doch die Vorstellungen waren andere, wenn auch nicht ganz ohne Risiko. "Allein in dieser Halle steckt ein Investment von 1,3 Millionen Euro. Und dann kommt noch das hinzu, was Nikos reingesteckt hat."
Zugleich glaubt Eitel an Chancen. Das Bobinet-Gelände locke Künstler an. Und: "Trier-West war einer der Verlierer der Industrialisierung. Aber es gibt Potenziale, weil von allen Gebieten in der Stadt hier noch am meisten entstehen kann."
Tziorkas denkt an eine Zusammenarbeit mit anderen kulturellen Institutionen, um die Alte Färberei fest zu verwurzeln. Bald spielen hier die ersten Bands. Dann schlägt die Stunde der Wahrheit. Erstmals am Freitag, 24. Oktober, wenn die kubanische Band Soneros de Verdad auftritt.
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