Im Wettbewerb um Menschen

TRIER. Mit dem "Schulentwicklungskonzept 2020+" will Trier den Problemen begegnen, die mit den zu erwartenden sinkenden Schülerzahlen auf das Oberzentrum zukommen. Die Erkenntnisse aus einem runden Tisch mit Vertretern aus Politik, Schule und Verwaltung sollen 2007 in ein konkretes Handlungskonzept münden.

Die Zahlen des Statistischen Landesamtes sind alarmierend: Bis 2015 soll die Bevölkerung Triers um sechs Prozent abnehmen, bis 2050 sogar um 16 Prozent. Bei den unter 20-Jährigen wird ein Rückgang von 22 beziehungsweise 39 Prozent prognostiziert. Ähnlich sehen die Zahlen landesweit aus. Entsprechend schrumpfen auch die Schülerzahlen. Bis 2015, so sagen es die Statistiker voraus, wird es ein Viertel weniger Grundschüler in Trier geben als heute und ein Fünftel weniger Schüler in der Sekundarstufe I (bis zehntes Schuljahr).Trend zu hochwertigen Abschlüssen

Lediglich die Schülerzahlen an den weiterführenden Schulen sollen annähernd gleich bleiben, weil der Trend zu höherwertigen Abschlüssen anhalten wird. Angleichen wird sich der Rückgang jedoch bei allen Schultypen bis zum Jahr 2050 zwischen 35 und 42 Prozent. Diese Zahlen hat das Statistische Landesamt hochgerechnet, und zwar ausgehend von der bisherigen Entwicklung. Sie müssen allerdings nicht so eintreffen, wenn man etwas dagegen tut und an gewissen Stellschrauben dreht. Das ist die Maxime von Kulturdezernent Ulrich Holkenbrink, der dem vom Trierer Stadtrat Ende Januar beschlossenen Runden Tisch "Schulentwicklungskonzept 2020+" vorsteht. Wenn es gelänge, im "Wettbewerb um Menschen" den Raum Trier attraktiv zu halten und neue Anreize zu schaffen, dort zu leben und zu arbeiten, könne der demografischen Entwicklung entgegengewirkt werden, sagte Holkenbrink bei der Vorstellung des Projekts. "Die Entwicklungen sind nicht naturgegeben, wir können uns auf die stärker eingreifende Europapolitik, das expandierende Luxemburg und die veränderten Anforderungen der Wirtschaft einstellen, ist der Leiter des Trierer Stadtplanungsamtes, Johannes Weinand, überzeugt. Am Freitagnachmittag waren es rund 100 Personen, die ihren Sachverstand am Runden Tisch einbrachten, darunter Schulleiter, Elternvertreter und Politiker. Im Abstand von vier bis sechs Wochen soll das Gremium - nach der Startphase in kleinerem Rahmen von rund 25 Personen und bei Bedarf mit externem Fachpersonal - in nicht öffentlicher Sitzung zusammenkommen, und bis 2007 ein Handlungskonzept erarbeiten. Dieses soll dem Stadtrat und den Ausschüssen als Grundlage für Entscheidungen dienen. Welche Veränderungen kommen auf Trier bis zum Jahr 2020 zu. Welche Chancen und Risiken gibt es? Welche Aktionen und Projekte müssen kurz-, mittel- oder langfristig umgesetzt werden? Dies sind nur einige Fragen, mit denen sich der Runde Tisch auseinandersetzen wird. Die Ziele sind angelehnt an die Visionsbausteine Triers, von denen der erste lautet: Trier wird 2010 105 000 Einwohner haben.