Imkern in der Stadt

Heidi Weis hat vor fünf Jahren angefangen, Bienenvölker in Trier aufzustellen. Die Leiterin der Montessori-Kindertagesstätte in Euren setzt die Bienen für ihre Arbeit ein und engagiert sich im Internationalen Frauengarten in Ehrang.

Trier-Euren. Versteckt im Eurener Wald steht das Haus, in dem die 51-jährige Heidi Weis zusammen mit ihrem Mann Richard wohnt. Wenige Meter neben dem Haus stehen Bienenstöcke. Jetzt, im Winter, ist es um die Kisten herum ruhig. Erst wenn es draußen wieder warm wird, kehrt der Betrieb in die Bienenstöcke zurück. Die Winterbienen schützen die Brut und die Königin, halten den Stock warm.

"Ich habe vor fünf Jahren mit eigenen Bienenvölkern angefangen", erzählt Heidi Weis. Als ihre vier Kinder groß geworden seien, habe sie nach einer sinnvollen Beschäftigung gesucht.

Bienen bestäuben Bäume, Blumen und Sträucher



"Bienen sind für unser Ökosystem enorm wichtig. Sie sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor", sagt Weis. Ohne die fleißigen Bienen gäbe es beispielsweise kein Obst. Das Bestäuben der Obstbäume, der Wildblumen und der Sträucher übernehmen hauptsächlich die Bienen. Einer der Gründe, weshalb sich Weis der Imkerei verschrieben hat: "Mit diesen Haustieren kann ich meinen Kita-Kindern sehr gut das Konzept der Nachhaltigkeit veranschaulichen." Deshalb bietet sie auch Kurse für das Kinder-Zukunftsdiplom an.

Während sie einen der Wabenrahmen untersucht, erklärt sie, wie ein Bienenvolk arbeitet: "Die Königin wird nur ein Mal in ihrem Leben begattet und kann bis zu fünf Jahre alt werden." In dieser Zeit produziere sie mehrere Millionen Arbeitsbienen. Im Sommer leben die Bienen rund sechs Wochen. Sie pflegen die Brut, bewachen das Nest und fangen erst kurz vor ihrem Tod mit dem Nektar- und Pollensammeln an.

"Bevor ich angefangen habe, eigene Bienenvölker zu halten, habe ich ein Jahr lang beim Fachzentrum Bienen und Imkerei in Mayen das wichtigste über die Bienenhaltung gelernt", erzählt Weis. Noch wichtiger sei es allerdings, Erfahrungen zu sammeln und sich mit Kollegen auszutauschen.

"Man muss ein Bienenvolk genau beobachten; nur so lässt sich frühzeitig erkennen, ob die Brut etwa mit Varroamilben befallen ist", berichtet die Imkerin. Die Varroamilbe sei neben dem Stress, dem die Bienen durch die zunehmende Umweltbelastung ausgesetzt seien, die Hauptursache für das immer wieder auftretende Massensterben von Bienenvölkern.

Neben den vier Völkern in Euren hat Weis noch vier Völker im Internationalen Frauengarten in Trier-Ehrang stehen. "Ein Stammtisch für Imkerinnen wäre schön", meint Weis. Die Imkerei sei nämlich nach wie vor eine Männerdomäne. "Aber ich versuche Frauen zu motivieren, ihren eigenen Honig mit einem eigenen Volk zu produzieren."