Immer am Ball bleiben

TRIER. (cofi) Bis vor rund vier Jahren übte Walter Degenhardt noch verschiedene Ämter aus, bevor er sich krankheitsbedingt zurückzog. Der ehemalige Pressereferent und Protokollchef der Stadt Trier lebt heute im Stift St. Irminen und feierte seinen 90. Geburtstag.

Völlig zur Ruhe gesetzt hat sich Walter Degenhardt nicht. In St. Irminen hat eine Aufgabe übernommen. Als Vorsitzender des Heimbeirates kümmert er sich um die Belange der Bewohner, ist in der wöchentlichen Sprechstunde Ansprechpartner bei Beschwerden, Problemen und Anregungen. Er widmet sich der Organisation von Fahrten und Ausflügen. Außerdem ist durch seine Mitarbeit ein Bücherwagen im Stift eingerichtet worden. Denn Walter Degenhardts Passion ist das Lesen. "Denn bei allem, was ich gemacht habe, habe ich mich immer mit der Materie vertraut gemacht und mir die Sachkenntnis über die Literatur angeeignet", sagt Walter Degenhardt. Nachdem der gebürtige Erfurter aus dem Krieg zurückgekehrt war, entstand durch seine Frau eine Verbindung zum südwestlichen Deutschland. Seinen gelernten Beruf als Dentist konnte er nicht mehr ausüben. So wurde er Journalist, volontierte bei der Rhein-Zeitung, arbeitete beim "Trierischen Volksfreund" und für den Rundfunk. 1955 wurde Degenhardt Pressereferent der Stadt Trier und war bis 1978 Protokollchef. Doch seine Pensionierung wurde für Walter Degenhardt nicht zum Ruhestand. Als Vorsitzender des Seniorenrates und Leiter des Seniorenbüros war er ebenso aktiv wie als Geschäftsführer des Vereins Pro Riesling. "Ich habe mich in alle Aktivitäten reingekniet, denn man muss ständig am Ball bleiben", so der 90- Jährige. Von 1957 bis 1982 organisierte er auch die Trierer Fronleichnamsprozession. Als Mitglied des Romkomitees der Marianischen Bürgersodalität war er für die jährlichen Rom-Reisen zuständig. An diese Zeit denkt Walter Degenhardt gerne zurück und dankt seiner Frau. Einziger Wehmutstropfen für Walter Degenhardt: "Es war ein Fehler, dass ich keine Tagebücher geschrieben habe." Denn wenn der 90-Jährige von seinem Leben berichtet, staunt der Zuhörer über die Energie und den Tatendrang des Wahl-Trierers.

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