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Immer mehr Freiwillige nähen mund- und nasenbedeckende Masken selbst

Kostenpflichtiger Inhalt: Mutmacher : Immer mehr Freiwillige nähen mund- und nasenbedeckende Masken selbst

Stefanie Quint will Menschen in Gesundheitsberufen mit schützenden Masken helfen. Für ihren kreativen Ansatz hat sie viele Mitstreiter gefunden – sogar auf offizieller Seite.

Stoff, Faden, Nadel und ein paar Minuten Zeit – mehr brauche es nicht, um Menschen, die derzeit in Gesundheitsberufen Schwerstarbeit leisten, zu unterstützen, sagt Stefanie Quint. Sie ruft dazu auf, mund- und nasenbedeckende Masken zur Unterstützung des medizinischen Personals zu nähen. Anleitung und Schnittmuster finden sich auf ihrer Website „Das Wichtelwerk“, die normalerweise für den Verkauf von Kindersachen verwendet wird.

Während die meisten Menschen zu Hause das Ende dieser Ausnahmesituation abwarteten, stünden Ärzte, Krankenpfleger und anderes medizinisches Personal in permanentem Kontakt mit Virusinfizierten und Verdachtsfällen. Bei ihnen liegt das Ansteckungsrisiko somit besonders hoch. „Doch Schutzkleidung und Handschuhe sind wegen der privaten Nachfrage extrem knapp“, sagt Quint.

Die gelernte Heilpraktikerin aus Osburg hat viele Freunde und Bekannte, die medizinische Berufe ausüben und mangels Atemschutzmasken Angst um ihre Gesundheit haben (zur Effizienz der Masken siehe Info). „Das Tragen von Masken hat auch etwas mit Solidarität zu tun: Jeder kann ansteckend sein“, betont Stefanie Quint. „Man hat ja erst die Symptome, wenn man schon ansteckend ist.“

Wie profitieren medizinische Einrichtungen durch die Nähaktion? Stefanie Quints Idee ist folgende: Nach dem Nähen werden die Masken an sie (Adresse und Kontaktdaten auf der Website „Das Wichtelwerk“) gesendet. Unterstützt wird Quint von „Gerüstbau Spanier &Wiedemann KG“ (Longuich), „Bastelsube Leyendecker“ (Trier) und der „Kosmetik- und Massageschule Meuser“ (Trier). Die beiden Unternehmen sind ebenfalls Sammelstellen für die selbst genähten Masken und geben auch Hygieneartikel aus ihrem eigenen Bestand für Krankenhäuser und Arztpraxen ab.

Quint appelliert auch an andere Betriebe, Hilfsmaterialien zu spenden: „Kosmetikstudios, Schreinerei, Tattoostudio, Autowerkstatt, Verputzer und viele mehr“ spricht sie auf ihrer Facebookseite „Steffi Quint“ an. Seit Donnerstag wird ihre Hilfsaktion offiziell von der Handwerkskammer und dem Fach Modedesign an der Hochschule unterstützt, die Betriebe und Studierende zur Mitarbeit aufrufen.

Quint hofft, dass viele Bürger sich zum Nähen bereit erklären und ihre selbst genähten Masken spenden. Dann können handelsübliche, zertifizierte Atemschutzmasken für das Pflegepersonal gegen die wiederverwendbaren genähten Masken getauscht werden, die für das Tragen in der Öffentlichkeit ausreichen (siehe Extra). Gespendet werde an Krankenhäuser, Arztpraxen, Street Worker, sagt Quint. „Die Nachfrage ist enorm.“

20 Leute nähten bisher mit, erzählt sie, „und viele weitere sind im Gespräch.“ Allein am Donnerstag wurden 50 genähte Modelle und 150 gespendete Einwegmasken an die Einrichtungen verteilt.

Zu viele Helfer gebe es nicht, und jede mitnähende und spendende Hand werde gebraucht, sagt Quint. Für die Nähanleitung auf der „Wichtelwerk“-Website, die mittlerweile 16 000 Mal als PDF heruntergeladen wurde, ist eine Nähmaschine notwendig.

Anfänger brauchen etwa 15 Minuten zum Nähen, die Materialkosten liegen bei maximal zwei Euro. „Es gibt aber auch viele andere Anleitungen im Internet, für die man keine Nähmaschine braucht.“

Alle Informationen zur Nähanleitung, Adressen und Kontaktmöglichkeiten finden sich auf der Website www.daswichtelwerk.de.