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In China vor und hinter der Kamera: Schüler des Trierer Humboldt-Gymnasiums berichten von ihrem Film-Workshop

In China vor und hinter der Kamera: Schüler des Trierer Humboldt-Gymnasiums berichten von ihrem Film-Workshop

Die Kunst hinter dem Film verstehen: So beschreiben die fünf Schüler des Trierer Humboldt-Gymnasiums den Inhalt ihrer Workshops in Peking. Unter dem Motto "Movies and Cultures" widmeten sie sich drei Wochen lang mit ihren chinesischen Austauschpartnern dem Film und der chinesischen Kultur. Dabei stahlen sie der chinesischen Mauer zeitweilig die Show.

Trier/Peking. "Ich habe es zuerst nicht verstanden, dass wir nach China fliegen dürfen. Erst im Flugzeug konnte ich es realisieren", erzählt Nele Harden (15), Schülerin des Humboldt-Gymnasiums Trier (HGT). Genauso empfanden es ihre filmbegeisterten Mitschüler Charlotte Kühlwein (15), Luisa Degen (15), Vincent Heinz (14) und Eric Silverio (15). Die fünf Mitglieder der HGT-Film-AG (siehe Extra) haben am Projekt "Movies and Cultures: China und Deutschland durch meine Augen" teilgenommen. Organisiert wurde das Austauschprogramm vom American Field Service (AFS).

Die HGT-Schüler wurden dabei als einzige Teilnehmer vom AFS Hamburg angeschrieben, wie Björn Alt, Leiter der Film-AG, erzählt: "Ich erhielt eine Mail, ob nicht fünf filmbegeisterte Jugendliche Lust hätten, am China-Austausch teilzunehmen. Die Organisatoren waren durch Recherche im Internet auf uns gestoßen."
Zusammen mit zehn weiteren deutschen Schülern aus Gütersloh, Leverkusen und München ging es dann nach Peking. Dort trafen die Europäer auf ihre 15 chinesischen Austauschpartner. "Zu Beginn waren die Chinesen etwas zurückhaltend und distanziert. Nachher haben wir uns aber alle sehr gut verstanden", sagt Eric Silverio. Im Mittelpunkt der drei Wochen standen Workshops zum Thema Film. Diese seien weniger auf Technisches ausgelegt gewesen, berichtet Charlotte Kühlwein: "Wir haben uns nicht mit guten Bildausschnitten oder genauer Planung befasst. Ziel war es, die Kunst hinter dem Film zu begreifen. Spontan sein und filmen, was berührt: Das war Inhalt der Workshops." Geleitet wurden sie von Wu Wenguang, einem in China berühmten Regisseur. Pro Austauschpaar entstand dabei ein Kurzfilm mit Szenen aus dem chinesischen Alltag.

Die Schüler wohnten im Internat der Beijing Royal School in Peking. "Die Zimmer waren recht groß und mit eigenem Bad. Woran wir uns nicht gewöhnen konnten, war das Essen in der Schulkantine. Die Gerichte in den Restaurants waren aber sehr lecker", erzählt Vincent Heinz. Kühlwein ergänzt: "Ich musste mich oft überwinden, die Mahlzeiten zu probieren. Doch sie schmeckten außerhalb der Schule überraschend gut. Oft wussten wir nicht, was wir gerade aßen."
Schwierig sei die Verständigung gewesen, sagt Luisa Degen: "In der Schule sprachen wir Englisch. Zwei der Chinesen konnten auch perfekt Deutsch. Doch außerhalb der Schulmauern verstanden die Menschen nur Chinesisch. Unsere Austauschpartner mussten dann für uns sprechen."

Für alle fünf Zehntklässler war der Besuch der chinesischen Mauer ein Höhepunkt. Für die asiatischen Touristen dort seien dagegen die Europäer das Highlight gewesen: "Wir wurden durchgehend fotografiert. Manche lichteten ihre ganze Familie mit uns ab. Besonders toll fanden sie Luisas blaue Augen. Ein Mann machte gefühlt 200 Bilder mit einer riesigen Kamera", erzählt Harden.
Alle HGT-Schüler sind mit unvergesslichen Erinnerungen zurückgeflogen, wie sie erzählen. Jetzt freuen sie sich auf den Gegenbesuch der Chinesen im Sommer 2017 in Köln.Extra

Die Film-AG des Humboldt-Gymnasiums Trier besteht seit 2013. Damals hatte Lehrer Björn Alt die Idee, den Schülern sein Wissen über Filme näher zu bringen: "Ich habe ein Jahr Film- und Fernsehregie studiert, bevor ich mich zum Lehramtsstudium entschieden habe. Den Schülern gebe ich die Möglichkeit, sich kreativ auszulassen. Ich greife oft nur noch lenkend ein." 2016 entstanden so drei neue Filme. In den vergangenen Jahren gewann die Film-AG einige bundesweite Preise. Die neuen Projekte sollen aber nicht mehr auf Wettbewerbe ausgerichtet sein, sagt Alt. Bis zum Sommer 2017 plant die 15-köpfige Crew eine 15-minütige Komödie. beh Weitere Informationen: www.humboldtfilm.de