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In den Metropolen boomt die Bienenhaltung. Der Trend erreicht auch Trier. Norbert Freischmidt hält zwei Völker im Schrebergarten.

Hobby : Summen im Großstadtdschungel: Dem Bienensterben entgegenwirken

Es gibt zunehmend weniger Insekten, und der Begriff „Bienensterben“ ist ins Bewusstsein gerückt. Viele Hobbyimker stellen sich diesem Trend entgegen: In den Metropolen boomt die Bienenhaltung. Der Trend erreicht auch Trier. Norbert Freischmidt hält zwei Völker im Schrebergarten.

  Norbert Freischmidt hält seit April Bienen in seiner Kleingartenanlage in Trier-Ost. Damit folgt er einem Trend: Um das Halten von Bienen in Städten ist ein wahrer Hype entstanden. In Berlin zum Beispiel gibt es Medienberichten zufolge inzwischen 1300 Hobbyimker – drei Mal mehr als vor zehn Jahren.

In Städten finden Bienen inzwischen ein vielseitigeres Nahrungsangebot als auf dem Land (siehe Info). „Durch die Monokulturen dort fehlt den Bienen die Vielfalt. Dadurch sinken auch die Honigerträge“, sagt Norbert Freischmidt. „In Trier gibt es viele Kastanien und Linden. Gerade solche Baumarten sind bei Bienen sehr beliebt. Dazu kommen die vielen Streuobstwiesen sowie die Kräuter in den Gärten“, sagt Freischmidt. Im Umkreis von rund drei Kilometern suchen Bienen nach Nahrung.

Die Idee, Bienen zu halten, kam dem 47-jährigen Ende des letzten Jahres. „Nachdem ich einen Kleingarten übernommen hatte, haben mir Freunde zu Weihnachten ein Buch über Bienen geschenkt. Sie wussten, dass ich mich dafür interessiere.“ Seine Motivation sei weniger, Honig zu gewinnen, als die Tiere zu schützen und einen Teil zu ihrem Erhalt beizutragen. „Anfang des Jahres habe ich mich dann auf die Suche nach einem Ableger gemacht“, erklärt Freischmidt. Als Ableger wird im Fachjargon ein Teil eines Bienenvolkes bezeichnet, der vom Rest des Volkes abgespalten wird. Dadurch soll vermieden werden, dass ein Teil des Bienenvolkes ausschwärmt und sich eine neue Behausung sucht.

Mittlerweile hält Norbert Frei­schmidt, im Hauptberuf Gastronom, zwei Bienenvölker in seinem Kleingarten –  insgesamt rund 60 000 Honigbienen. Durch die guten Bedingungen kamen im Juni bereits 53 Kilogramm Honig zusammen. In den kommenden Wochen soll die zweite „Ernte“ folgen. Als Imker darf sich Freischmidt nicht bezeichnen: Hierzu wäre ein mehrtägiger Kurs nötig. Freischmidt hat sich die wichtigsten Kenntnisse in einem Tageskurs und mit Hilfe von Büchern und Internet-Videos angeeignet.

Viele Menschen meiden die Insekten aus Angst, gestochen zu werden. In der Regel ist diese Angst allerdings unbegründet, wie Freischmidt erklärt: „Ich selbst trage bei der Arbeit mit den Bienen keinen Anzug. Bisher wurde ich noch nie gestochen“, sagt Freischmidt. Personen, die allergisch auf den Stich der Biene reagieren, sollten aber Sicherheitsvorkehrungen treffen.

Wer über die Imkerei nachdenkt, muss einiges beachten, bevor die Suche nach einem Bienenvolk beginnt. Zunächst, empfehlen Fachleute, sollte abgeklärt werden, ob eine Allergie vorliegt. Im nächsten Schritt sei es wichtig, mit den Nachbarn zu sprechen, um aufzuklären. Auch Platz sollte ausreichend vorhanden sein. Ein häufig unterschätzter Aspekt sind die Kosten. Das Halten von Bienen ist ein recht kostspieliges Hobby, wie Freischmidt sagt: „Für beide Völker und die notwendige Ausrüstung habe ich um die 2000 Euro gezahlt.“

Weitere Informationen im Internet unter  www.deutscherimkerbund.de