In der Region hat es geschneit und der Trierische Volksfreund zeigt Impressionen

Schnee in der Region : Zehntausende hat es eiskalt erwischt

Der Fluch der weißen Pracht: Überraschender Wintereinbruch legt Verkehr in der Region stundenlang lahm. Meist bleibt es bei Blechschäden.

Es war gegen 10 Uhr am Freitagvormittag,  als sich der Himmel über Trier plötzlich verdunkelte ... Was nach Sonnenfinsternis aussieht, entpuppt sich schnell als Schneefront ‑ mit heftigen Auswirkungen. Die überraschende Winter­attacke aus dem eine halbe Stunde vor noch heiteren Himmel legt den Verkehr in und um Trier komplett lahm.

Am stärksten betroffen sind die Höhenlagen, wo es vielerorts wegen querstehender Lastwagen zum Stillstand kommt. Aber auch die Trierer Talstadt wird sprichtwörtlich eiskalt erwischt. Die städtischen Streufahrzeuge rücken aus, als das Schnee­chaos bereits tobt, und die Besatzungen haben reichlich Mühe, um zum Einsatzort zu gelangen, weil viele Kraftfahrer weder vor noch zurück und somit auch keine Rettungsgasse bilden können.

Auch der Linienbusverkehr kollabiert komplett. Bis zu 90 Minuten dauert es, bis die rund 70 Stadtbusse, die unterwegs sind, ihren Dienst wieder aufnehmen können. „Wir haben alle Hände voll zu tun, wieder einen geordneten Fahrplan hinzubekommen“, sagt Stadtwerke-Verkehrsmeister Erik Becker am frühen Nachmittag. Während in der Trierer City der Schnee schnell wieder schmilzt, geht im höher gelegenen Umland das Geduldsspiel weiter.

„Ich habe gerade mehr als eine Stunde gebraucht, um auf der A 1 von Trier nach Hermeskeil zu kommen. Ab der Anschlussstelle Mehring geht es momentan nur im Schritttempo weiter. Weil die Fahrbahn nicht geräumt ist, sind immer wieder Eisschollen auf der Straße. Der Verkehr staut sich vor allem auf dem Abschnitt zwischen Mehring und Hochwaldraststätte“, berichtet eine TV-Leserin gegen 15.30 Uhr . Gleichzeitig stehen auf anderen Abschnitten der A1 und der A 64 sowie auf der L 43 bei Newel-Beßlich  schon wieder Lastwagen quer.

„Abgesehen von den erheblichen Verkehrsbehinderungen sind die Stadt Trier und der Kreis Trier-Saarburg relativ glimpflich davongekommen“, bilanziert Matthias Schabio von der Führungs- und Lagezentrale des Polizeipräsidiums Trier gegen 17 Uhr. In diesem Bereich summierte sich die Zahl der Unfälle auf rund 25, mehr als ein Drittel davon in den Verbandsgemeinden Hermeskeil und Kell am See. In den meisten Fällen blieb es bei Blechschäden.

Wintereinbruch in Trier, hier bei Filsch. Zahlreiche Autofahrer und LKW blieben selbst auf leichten Steigungen liegen und standen quer. Sarah Gehlen TV-Foto: Friedemann Vetter. Foto: Friedemann Vetter

Es gab drei Verletzte, darunter ein Motorrollerfahrer, der auf eisglatter Farbahn in der Luxemburger Straße (Trier) verunglückte und sich mehrere Knochenbrüche zuzog, und eine ältere Frau, die einen Schock erlitt, als der Bus, in dem sie saß, auf der L 57 bei Gusterath gegen die Leitplanke rutschte. Am morgigen Sonntag könnte es erneut zu problematischen Verkehrsverhältnissen kommen. Dann ist tatsächlich reichlich Schnee und Schneeregen prognostiziert, und der dürfte dann auf gefrorenen Untergrund fallen.