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In dieser Kolumne erklärt Josef Marx das trierische "Aanen hollen".

Kolumne Trierisch Balaawern : Aanen hollen

Über das Wörtchen hollen und seine spezifische Verwendung sowie seinen Ersatz für das Wörtchen nehmen im Trierischen ist bereits geschrieben worden.

Der Trierer macht es sich einfach mit hollen, das für ihn ein Universalwort ist.

Zu den Zeiten, als noch Fähren auf der Mosel verkehrten, rief man dem Fährmann zu: Holl iewer! Dann konnte man vom anderen Ufer den Rückruf hören: Bleif mött der Naos driewer!

Kriet e Mädschi en Heiraods­aondrach gemaach onn datt öss e gude Kärel, sät mer: Holl en, befir en anner hän seisch höllt. Sag ja, bevor eine andere ihn dir wegschnappt. Das würde das Mädchen der anderen und ihrem Freund iewelhollen, ihnen verübeln.

Aogeholl, datt ett morjen nött ränt, gie mer obb ett Weishaus aanen hollen. Angenommen, kein Regen, dann gehen wir zum Weishaus einen trinken. Lao göfft nött gedrändelt, lao göfft de Boks möttgeholl. Es wird sich gesputet. Pass awer obb, datt de deisch nött iewerhölls beim Ääßen onn Dröngken. Datt kann nao hönne lossgien. Achte darauf, dass du dich beim Essen und Trinken nicht übernimmst. Das kann von Übel sein. Onn datt kanns de fir waor hollen! Glaube es mir! Eisch dun dir datt nött widderhollen. Ich werde es für dich nicht noch einmal sagen. O befir mer haam gien, dun mer naoch aanen hollen! Obb aanem Baan kammer nött gien.

Josef Marx ist Autor des Trierer Wörterbuches, das im Trier-Verlag erschienen und im Buchhandel erhältlich ist. Gemeinsam mit Horst Schmitt hat er über 12.000 Stichworte Trierisch-Hochdeutsch und Hochdeutsch-Trierisch zusammengetragen.