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In dieser Trierer Straße haben jetzt die Radler Vorrang

Verkehr : In dieser Trierer Straße haben jetzt die Radler Vorrang

Die Stadt Trier hat die erste Fahrradstraße. Sie führt quer durch den Süden über Eberhard-, Zell- und Krausstraße.

Da hat es Radfahrer doch eilig. Noch bevor Triers erste Fahrradstraße im Süden der Stadt offiziell freigegeben ist, fahren sie durch die Eberhardstraße Richtung Südallee. Eine beliebte Route.

Mehr als 60 Radler rollen in morgendlichen Spitzenzeiten (zwischen 7.30 und 8.30 Uhr) täglich durch die Eberhardstraße. In der gleichen Zeit haben die Verkehrsplaner der Stadtverwaltung (am 11. Mai 2017) nicht einmal 20 Autos gezählt. Für die Stadtverwaltung die ausschlaggebende Begründung dafür, zwischen Südallee und Hohenzollernstraße den Radfahrern Vorrang einzuräumen.

Gemeinsam mit Oberbürgermeister Wolfram Leibe durchtrennt Baudezernent Andreas Ludwig das rote Band quer über der Fahrbahn und gibt so die Strecke offiziell frei. „Das ist ein wichtiger Schritt“, kommentiert er. Es seien seit der Verabschiedung des Radverkehrskonzepts vor drei Jahren viele bürokratische Hürden, vor allem verwaltungsrechtlicher Art, genommen worden. In den vergangenen Wochen haben Arbeiter Schilder aufgestellt und Markierungen angebracht; Kosten: circa 10 000 Euro. 

 Die Stadt Trier hat ihre erste Fahrradstraße.
Die Stadt Trier hat ihre erste Fahrradstraße. Foto: Mechthild Schneiders

Ein großes blaues Radwegpiktogramm ist mitten auf die Fahrbahn an der Einfahrt zur Eberhardstraße gemalt, flankiert von einem rechteckigen Schild – hier beginnt die neue Fahrradstraße, die über Zell- und Kraus- bis zur Hohenzollernstraße in beiden Richtungen verläuft. Leibe bezeichnet das neue Angebot als schönen Kompromiss für alle Verkehrsteilnehmer. „Wir verbannen die Autofahrer nicht“, sagt er.

Das neue Angebot sei ein Versuch in dem Konflikt zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern. „Wir wollen allen ein Stück weit entgegengehen.“ Auch für die Fußgänger ändert sich nichts. Der einzige Unterschied: Die Radfahrer haben Vorrang. Sie dürfen dort auf der Mitte der Fahrbahn oder auch nebeneinander fahren. „Die Sicherheit und Attraktivität des Fahrradverkehrs braucht solche Angebote“, sagt Leibe.

In der Fahrradstraße gilt Tempo 30, und sie ist vorfahrtsberechtigt. Die Abzweigungen zu Gilbert- und Saarbrücker Straße sind entsprechend beschildert, die Kreuzung zur Nikolausstraße ist umgestaltet – mit einer abknickenden Vorfahrt von der Eberhard- in die Zellstraße. Verbessert wurde auch die Situation an der Kreuzung zur Hohenzollernstraße, die nun besser einsehbar ist.

Das Ziel sei es, den Modal Split von Rad-, Fußgängerverkehr sowie Öffentlichem Personennahverkehr zu steigern. „Dafür müssen wir die Infrastruktur zur Verfügung stellen“, sagt Ludwig. „Wir sammeln hier Erfahrung.“ Denn die Planungen gehen weiter. So werde die Fahrradstraße über Hubert-Neuerburg-Straße und Im Nonnenfeld bis Konrad-Adenauer-Brücke verlängert.

 Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Baudezernent Andreas Ludwig geben die erste Fahrradstraße in Trier-Süd für den Verkehr frei.
Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Baudezernent Andreas Ludwig geben die erste Fahrradstraße in Trier-Süd für den Verkehr frei. Foto: Mechthild Schneiders

Und im kommenden Jahr sei die Anbindung nach Norden geplant auf einem sogenannten Cityring“, der über Hindenburg-, Stresemann-, Metzelstraße, Nikolaus-Koch-Platz, Walramsneustraße, Magarethengäßchen im Westen und Weberbach, Liebfrauenstraße, Domfreihof und Rindertanzstraße im Osten zur Porta Nigra führt. Als Nächstes soll die Überquerung der Südallee angegangen werden.