In Konz fließt am meisten Geld ins Wasser

In Konz fließt am meisten Geld ins Wasser

Investitionen, steigende Stromkosten und ein rückläufiger Verbrauch treiben vielerorts die Kosten für Wasser und Abwasser in die Höhe. Der TV hat untersucht, wie hoch die Rechnung für eine Musterfamilie mit Eigenheim in den Verbandsgemeinden des Kreises am Jahresende ist.

Trier-Saarburg. Zwischen 986,49 und 579,94 Euro kosten Wasser und Abwasser eine Durchschnittsfamilie mit einem Verbrauch von 140 Kubikmetern Wasser und einem 740 Quadratmeter großen Grundstück im Kreis Trier-Saarburg jedes Jahr - je nachdem, wo sie lebt. In der Verbandsgemeinde (VG) Schweich kommt sie am günstigsten davon (siehe Grafik). Die Gründe für die dort vergleichsweise günstigen Preise sieht VG-Büroleiter Wolfgang Deutsch zum einen in der "äußerst sparsamen Personalausstattung". Zudem seien mit der Privatisierung von Arbeiten wie der Kanalreinigung und Reparaturen die Kosten gesenkt worden. Andernorts höhere Preise sieht er unter anderem als Folge der Tatsache, dass "oft trotz oder wegen günstiger Preise Verluste aufgebaut worden sind oder Investitionsstau in Kauf genommen wurde".

Höhere Betriebskosten und sinkender Verbrauch



Am stärksten wird die Musterfamilie in Konz zur Kasse gebeten. Satte 986,49 Euro werden im Versorgungsbereich I fällig (siehe Legende). Es gibt in der Verbandsgemeinde, wie auch in Saarburg, zwei Bereiche mit unterschiedlichen Gebührensatzungen, da das Kreiswasserwerk aufgelöst worden ist, das zuvor Teile der VG Konz und Saarburg versorgt hatte. Dessen Aufgaben der Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung von Trinkwasser haben die VG-Werke Konz und Saarburg übernommen. In den ehemaligen Versorgungsgebieten des Kreiswasserwerks werden noch immer andere Gebühren erhoben - was nach und nach angeglichen werden soll. Den hohen Preis für das Wasser im Versorgungsbereich I begründet Joachim Weber, erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde, damit, dass in der Vergangenheit viele Investitionen getätigt worden sind, ohne dafür den Wasserpreis anzuheben. Die derzeitigen Preise seien "keine Willkür", sondern orientierten sich an den bestehenden Kosten. Betrachtet man allein die Preise für die Wasserversorgung, ist nach dem Versorgungsbereich I in Konz die VG Ruwer mit 326,35 Euro am teuersten. Der Hauptgrund ist laut Reinhard Meier von den VG-Werken die Vielzahl der Hochbehälter und der eigenen Aufbereitungsanlagen, die höhere Betriebskosten verursachen. Vielerorts ist es auch der sinkende Wasserverbrauch, der die Kosten in die Höhe treibt. Denn je weniger verbraucht wird, desto geringer sind die Einnahmen der Wasserwerke - bei gleichbleibenden Investitionen und Fixkosten.

Mit den zweitniedrigsten Wasserpreisen wartet Saarburgauf. Otmar Löw, Leiter der VG-Werke, sieht den Vorteil Saarburgs darin, dass es dort viele Quellen gebe, aus denen das Wasser ohne größeren Aufwand bezogen werden kann - im Gegensatz zu Konz, wo das Wasser aus tieferen Brunnen hochgepumpt werden müsse, was unter anderem zu höheren Kosten für Bohrungen und Strom führt.

Bewegt sich die Preisspanne beim Wasser zwischen rund 208 und 384 Euro, geht sie beim Abwasser weiter auseinander: zwischen rund 351 und 602 Euro. Damit sind die Kosten in Konz fast doppelt so hoch wie in der VG Ruwer. Letztere profitiert nach Auskunft von Reinhard Meier von den VG-Werken vor allem von einer Gruppenlösung: Das gesamte Abwasser fließt in eine große und zwei kleine Aufbereitungsanlagen, die an topografischen Tiefpunkten angesiedelt sind, so dass das Abwasser nicht dorthin gepumpt werden muss.

In der Stadt Trier sind die Kosten für das Abwasser am zweitniedrigsten. SWT-Pressesprecher Carsten Grasmück erklärt: Während die Stadtwerke nur ein Hauptklärwerk und ein kleineres Klärwerk in Ehrang betreiben, haben die umliegenden VG je nach Topografie und der Anzahl der verbandsangehörigen Gemeinden zum Teil noch viele dezentrale Kläranlagen, was hohe Fixkosten pro Kubikmeter Abwasser zur Folge hat. "Hinzu kommen lange Kanalnetze, in die nur vergleichsweise wenige Haushalte ihr Abwasser einleiten. Dies führt zwangsläufig zu höheren Gebühren pro Kubikmeter." EXTRA

Proteste in Konz: Die Einführung von wiederkehrenden Beiträgen im Bereich Wasser und Abwasser stößt bei Bürgern in der Verbandsgemeinde Konz auf Kritik. Zuvor war die Höhe der Gebühren fast ausschließlich abhängig vom Wasserverbrauch. Nun wird die Grundstücksfläche miteinbezogen. Vor allem Besitzer großer Grundstücke legen nun Widerspruch ein. Ein Oberemmeler hat nach eigenen Angaben Einspruch beim Kreisrechtsausschuss eingereicht. Eine Reaktion stehe noch aus. (api)