In ständiger Angst

Die Arbeitsgemeinschaft "Frieden" und der Arbeitskreis "Asyl Rheinland-Pfalz" fordern seit fünf Jahren die Schließung des Ausreisezentrums in der Dasbachstraße.

Trier. (cofi) Die Bewohner der Landesunterkunft für Ausreisepflichtige leben in ständiger Angst. Sie haben Angst vor Behörden, Angst vor der Abschiebung, Angst vor Repressionen, wenn sie sich wehren und zu Wort melden. Bis zu sechs Männer sind in einem Zimmer untergebracht, berichtet ein chinesischer Mann. Seine Frau lebt mit seinem Kind in Karlsruhe, er im Ausreisezentrum Trier. Hier hat er jeden Tag Angst. In seine Heimat kann er nicht, er möchte in Deutschland bleiben. Auch eine 26-jährige Irakerin traut sich nur anonym, etwas über ihr Leben und die Verhältnisse im Haus zu sagen. "Das Essen ist furchtbar, wir bekommen kein Taschengeld, werden kontrolliert." Ihre Träume zu verwirklichen - diese Chance hat sie nicht. "Ich habe alles verloren", sagt sie."Die Kirche hat große Bedenken gegen diese Abschiebungs-Vorbereitung. Das Ausreisezentrum hat knastähnlichen Charakter, es ist eher ein Abschiebelager, eine Art Beugehaft. Die Menschen führen ein Leben ohne Perspektive, ohne Hoffnung", sagt Brigitte Maibaum, Ausländerbeauftragte des Kirchenkreises Trier. 45 Menschen aus China, dem Irak, Palästina und Staaten Westafrikas, deren Asylverfahren abgelehnt wurde, sind in der Dasbachstraße gemeldet. "Diese Art der Unterbringung ist schikanös, und diese Einrichtung, in der Menschen zur Ausreise gezwungen werden sollen, gefährdet die Menschenrechte", sagt Siegfried Pick vom Arbeitskreis Asyl. Der Druck, der auf sie ausgeübt werde und durch den sie zur Ausreise gezwungen werden sollen, belaste sie psychisch stark. "Rheinland-Pfalz könnte das Ausreisezentrum ersatzlos streichen. Wir kämpfen seit fünf Jahren dafür", sagt Markus Pflüger von der Arbeitsgemeinschaft Frieden.