In Trier-Feyen entstehen Wohnungen und Häuser für 1900 Menschen

Kostenpflichtiger Inhalt: Stadtentwicklung : Castelnau Mattheis: In Trier-Feyen entstehen Wohnungen für 1900 Menschen

Der Bebauungsplan für das Projekt Castelnau Mattheis steht vor der letzten Hürde. Der Stadtrat muss noch zustimmen.

Wo bis vor 20 Jahren Panzer durch den Wald ratterten, französische Soldaten ihre Treffsicherheit mit dem Gewehr und den Häuserkampf realitätsnah übten, herrscht heute Ruhe. Die ehemalige Kaserne Castelneau in Trier-Feyen und das weiträumige militärische Übungsgelände haben sich seit dem Abzug der Franzosen im Jahr 1999 vollkommen verändert. So genießt der Mattheiser Wald seit 2003 als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet strengsten Naturschutz. Der 34 Hektar große Kernbereich der Kaserne ist seit 2012 in das Wohngebiet Feyen-Castelnau umgewandelt worden. Nun soll das 42 Hektar große Reststück folgen.

Infrastruktur „Wir haben mit dem Nahversorgungszentrum und der Schulerweiterung bereits die Infrastruktur dafür angelegt, wenn hier 1900 zusätzliche Menschen wohnen“, sagt David Becker, Geschäftsführer der EGP (Gesellschaft für urbane Entwicklung), die bereits für den ersten Teil der Umnutzung der ehemaligen Kasernenfläche verantwortlich war. „Im neuen Gebiet Castelnau Mattheis wird an zentraler Stelle auch eine neue inklusive Kindertagesstätte gebaut.“

Konversion in Trier: Das Projekt Castelnau Mattheis

Sich vorzustellen, wie der Stadtteil am Rand des Mattheiser Walds einmal aussehen wird, ist beim Spaziergang über das Gelände nicht einfach. Die Natur hat mit Büschen und jungen Bäumen Teile des Areals zurückerobert. Große freie Flächen zeugen davon, wo einst zum Beispiel die Schießanlage und eine Panzerwaschstraße ihre Plätze hatten. Becker deutet auf die Kiesfläche, wo die Tankstelle stand. „Wir haben hier vier Meter tief die Erde ausgetauscht.“ Und dann rechnet er vor, wie viel Geld die EGP bereits in das Gelände gesteckt hat: Für die Flächensanierung seien das vier Millionen Euro gewesen. Eine Million stecke bislang im Bau der neuen zentralen Zufahrt von der Pellinger Straße. Insgesamt sollen die Erschließungsmaßnahmen 20 Millionen Euro kosten.

Umwelt  Becker hofft, dass der Stadtrat Ende September dem Bebauungsplan zustimmen wird. Er kennt die Bedenken der Naturschutzverbände. „Wir haben nach den Einwendungen reagiert und sorgen dafür, dass der notwendige Abstand zum FFH-Gebiet funktioniert.“ Fast die Hälfte des 42 Hektar großen Gebiets bleibe als Wald- und Waldabstandsfläche unbebaut. „Es wird einen behutsamen Übergang der Siedlung zum FFH-Gebiet geben. Um das zu realisieren, haben wir uns acht Jahre Zeit gelassen. Der Artenschutz wird gewährleistet sein.

Wohnen Die Nähe zum Mattheiser Wald, zum Aulbachtal, Römersprudel und Staatswald Kobenbachtal wird für die zukünftigen Bewohner der fünf Quartiere des hügeligen Geländes attraktiv sein. Mehrfamilienhäuser (800 Wohnungen) werden in sechs Jahren dort ebenso stehen wie frei stehende Einfamilienhäuser, Doppel- und Reihenhäuser. Architektin Verena von Schönberg-Pötting vom Büro GIU erklärt das Ziel der Planung. „Es soll ein bunter Stadtteil werden, in dem sich Familien und Singles, aber auch Paare ohne Kinder, Studierende und ältere Menschen treffen werden.“

Damit das bezahlbar bleibt, werden mindestens 200 Wohnungen in den Mehrfamilienhäusern geförderter Wohnraum sein. „Für die Grundstücke werden wir voraussichtlich zwischen 350 und 400 Euro pro Quadratmer verlangen“, sagt David Becker. „Damit sich das auch junge Familien leisten können, wollen wir auch kleine Grundstücke anbieten. Für ein zweigeschossiges Reihenhaus reichen 120 Quadratmeter aus.“

Foto: Rainer Neubert
Die Visualisierung der Projektgesellschaft EGP zeigt, wie das Baugebiet Castelnau Mat­theis erschlossen werden soll. Begonnen wird mit dem Teilquartier Auf der Höhe, es folgen Grüne Höfe, Urbanes Walddorf, Stadtterrassen und abschließend – nord-östlich davon – die Stadtkrone. Insgesamt soll das ab 2021 innerhalb von fünf Jahren passieren. Foto: Rainer Neubert

Zeitplan Wenn ab 2020 die Erschließung mit Versorgungsleitungen, Kanälen und Straßen beginnen kann, sollen die ersten Häuser ab 2021 gebaut werden. Voraussetzung dafür ist die Zustimmung des Stadtrats im Herbst. Becker ist zuversichtlich: „Was wir hier machen, ist Konversion pur.“ Ein Kasernengelände wird ziviles Wohngebiet.

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