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Trier: Corona-Demo mit über 1200 Teilnehmern - Bahn setzt Güterverkehr aus

Pandemie : 1200 Demonstranten: So verlief die Großdemo von Corona-Maßnahmen-Gegnern im Trierer Westen

Corona-Maßnahmen-Gegner demonstrieren in Trier

Großdemonstration in Nachbarschaft zum Impfzentrum: 1250 Gegner der derzeitigen Corona-Maßnahmen haben am Samstag im Westen von Trier protestiert. Ihrem Zug durch Euren folgten Gegendemonstranten. So verlief die Demo.

Rund 1250 Corona-Maßnahmen-Kritiker, Impf-Gegner und Corona-Leuger haben sich am Samstag ab 14 Uhr zu einer angemeldeten Kundgebung auf dem Parkplatz in den Trierer Moselauen nahe dem Schnellrestaurant McDonald’s getroffen. Den Platz hatten Polizei und Ordnungsamt den Veranstaltern zugewiesen, weil der bisherige Demo-Standort Viehmarktplatz für die angemeldeten 2500 Teilnehmer nicht ausgereicht hätte.Zur vom Bündnis Buntes Trier organisierten Gegendemo kamen laut Polizeiangaben rund 110 Menschen.

Die Polizei war mit vielen Kräften vor Ort, um Kundgebung sowie Gegendemo abzusichern und auch den reibungslosen Betrieb im Luftlinie rund 230 Meter entfernten Impfzentrum zu gewährleisten. Im von Stadt und Landkreis gemeinsam betriebenen Impfzentrum sollten am Samstag mehr als 700 Zweitimpfungen für Kinder und Jugendliche stattfinden.

Gegen 15 Uhr starteten die Corona-Kritiker nach Auftakt-Reden zu ihrem Protestzug durch Euren. Die Gegendemo folgte dem Umzug.

Die Straßen Luxemburger Straße (ab Konrad-Adenauer-Brücke), Eisenbahnstraße, Eurener Straße und Im Speyer mussten während des Umzugs zeitweise für den Verkehr gesperrt werden. Im Umfeld kam es zu entsprechenden Rückstaus.

Bahn setzt Güterverkehr aus

Trier: Corona-Demo mit über 1200 Teilnehmern - Bahn setzt Güterverkehr aus
Foto: TV/Christiane Wolff
Trier: Corona-Demo mit über 1200 Teilnehmern - Bahn setzt Güterverkehr aus
Foto: TV/Christiane Wolff

Wegen technischer Probleme der Schranken am Bahnübergang in der Eisenbahnstraße hatten Polizei und Ordnungsamt veranlasst, dass die Bahn den Güterverkehr auf dieser Strecke für den Umzug aussetzte. Die Schranken blieben unten, die Demonstranten drängelten sich durch die schmalen Durchgänge.

Entlang der Straßen in Trier-Euren blieb es während des Umzugs ruhig. Zurück auf dem Parkplatz in den Moselauen sammelten sich die Corona-Maßnahmen-Kritiker und die Gegendemo wieder an den von Polizei und Ordnungsamt zugewiesenen, getrennten Flächen. Auch dabei kam es nicht zu Zwischenfällen.

 Gegen 17 Uhr beendeten die Veranstalter ihre Kundgebung und kündigten an, bereits zehn weitere Demonstrationen für die jeweils kommenden Samstage beim Ordnungsamt der Stadt angemeldet zu haben.

Die Veranstalter riefen ihre Anhänger außerdem dazu auf, am Sonntag die Corona-Maßnahmen-Proteste in Saarbrücken zu unterstützen.

Bislang kamen zu den Trierer Anti-Corona-Maßnahmen-Demos maximal 430 Menschen. Dass es diesmal nach Zählungen der Polizei 1250 waren, bedeutet aber nicht unbedingt, dass in Trier der Widerstand um das Dreifache gewachsen ist. Vielmehr scheinen die Trierer Corona-Maßnahmen-Kritiker personelle Unterstützung aus dem Saarland erhalten zu haben. Beobachter sprachen davon, auf den umliegenden Parkplätzen viele Autos mit saarländischen Kennzeichen gesehen zu haben. In Saarbrücken hatten am Sonntag voriger Woche 5000 Menschen gegen Corona-Maßnahmen und Impfungen protestiert.

Befürchtungen, die Trierer Demonstrationen könnten sich auf den Betrieb im vis-à-vis gelegenen Impfzentrum auswirken, bestätigten sich am Samstag nicht. Ralf Britten, Ordnungsdezernent der Stadt Trier machte sich vor Ort ein Bild von der Lage. „Dank der guten Zusammenarbeit mit der Trierer Polizei ist es uns gelungen, das Versammlungsrecht pandemiegerecht umzusetzen. Ich bin froh, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf beiden Seiten friedlich geblieben sind“, teilte er anschließend mit.

Neben elf erteilten Platzverweisen erstattete die Polizei vor Ort drei Strafanzeigen und sechs Anzeigen wegen Verstößen gegen die Corona-Verordnung.

Impfzentrum nicht beeinträchtigt

Im Umfeld des Impfzentrums habe es nur eine auffällige Situation gegeben: Ein Impfgegner habe wohl am Gelände laut seinen Unmut über das Kinderimpfen kund getan. Die Polizei, die Zugänge und Zufahrten zum Impfzentrum abgesichert hatte, habe die Situation allerdings auflösen können. Zu weiteren Konfrontationen sei es nicht gekommen.

Im Impfzentrum waren für Samstag 759 Termine für Zweitimpfungen von Kindern ab fünf Jahren und Jugendlichen vereinbart. 710 Impf-Spritzen seien gesetzt worden, teilte Michael Schmitz, Pressereferent der Stadt Trier, auf Volksfreund-Nachfrage mit. 590 davon seien Kindern gegeben worden, 120 an deren Väter oder Mütter.

Trier: Corona-Demo mit über 1200 Teilnehmern - Bahn setzt Güterverkehr aus
Foto: TV/Christiane Wolff

Die so genannte „Now-show-Quote“ – die Anzahl derer, die trotz Impftermin nicht erscheinen – liege allerdings auch an anderen Tagen bei zehn bis 15 Prozent. Ziehe man diese Zahl von den für Samstag vereinbarten Terminen ab, zeige sich, dass die Demo etwa 50 bis 80 Eltern davon abgehalten haben könnte, mit ihren Kindern zum Impfen zu kommen. Die Gründe für das Nicht-Erscheinen würden aber nicht erhoben. So könne auch die teilweise schneereiche Witterung im großen Einzugsgebiet des Trierer Impfzentrums dazu geführt haben, dass mehr Termine als sonst nicht wahrgenommen wurden.