In Trier-West soll es leiser werden

In Trier-West soll es leiser werden

Die Zukunft der Grundschulen und die Lärmbelastung im Stadtteil sind Themen in der Sitzung des Ortsbeirats Trier-West/Pallien gewesen. Mit neuem Fahrbahnbelag und nächtlichen Tempolimits will die Stadt gegen die Beeinträchtigung vorgehen.

Trier-West/Pallien. Laut ist es in Trier-West. 350 Bewohner von Bonner, Bitburger und Kölner Straße müssen tagsüber Lärmbelastungen von mehr als 70 Dezibel (dB), so laut wie ein Fön, und nachts 60 dB (MP3-Player) ertragen - 1800 sind es in der gesamten Stadt. "Das ist ein potenziell gesundheitsgefährdender Pegel", erklärt Stefan Leist vom Stadtplanungsamt den Mitgliedern des Ortsbeirats Trier-West/Pallien, denen er in der jüngsten Sitzung den Lärmaktionsplan vorstellt.

"Wir haben dafür votiert, 65 dB am Tag und 55 dB in der Nacht als hohe Belastung einzustufen." Darunter fallen im Westen der Stadt Aachener und Luxemburger Straße.

Tempolimit von 30 Stundenkilometern geplant



"Das ist die am stärksten belastete Straße in Trier vor der Saarstraße, wenn man die Höhe der Belastung und die Zahl der Betroffenen berücksichtigt", sagt Leist. Deshalb solle die Straße einen neuen Fahrbahnbelag erhalten. Die Summe sei bereits im Finanzhaushalt 2013 berücksichtigt; der Ausbau ist für 2014 vorgesehen.

Für Bonner, Kölner, Aachener Straße und Martinerfeld sei nachts ein Tempolimit von 30 km/h geplant. Damit solle es für Autofahrer unattraktiver werden, diese Straßen zu nutzen. Eher unrealistisch schätzt Leist das Schallschutzfensterprogramm ein. 3,2 Millionen Euro werde das verschlingen. Hier wolle die Stadt EU, Bund und Land mit ins Boot holen.

Seit 2008 gebe es in der Bonner Straße ein 30er-Tempolimit, allerdings wegen Straßenschäden, sagt Eike Neumann-Overholthaus (SPD). "Wir können keinen Verdrängungseffekt feststellen, sondern eher eine Verkehrszunahme", sagt er. Neumann-Overholthaus ergänzt, dass Verkehrsminister Hendrik Hering bei einem Ortstermin gesagt habe, Tempo 30 wäre wegen der besonderen Situation auch tagsüber möglich. Leist will dies prüfen lassen. Der Rat beschließt den Lärmaktionsplan einstimmig.

Heftig geführt wird auch die Diskussion um die Schulstandorte, der TV berichtete bereits über den Bereich der Realschule plus. "Das Thema ist ein ganz heißes Eisen für Trier-West", sagt Sozialdezernentin Angelika Birk. Deshalb sei es richtig, in diesem Stadtteil mit der Diskussion des Konzepts zu beginnen. Abgeschlossen sein solle diese Runde vor den Herbstferien. Die Ergebnisse würden dann in einer Vorlage für den Stadtrat zusammengeführt.

"Wir wollen möglichst keine Grundschule schließen", betont Birk. Das lässt Vertreter der Grundschule Pallien aufatmen. Denn der Standort gehört mit nur 60 Schülern zu den kleinsten in der Stadt, im Reichertsberg sind es 120. Die Unsicherheit bei den Planungen sei die Bevölkerungsentwicklung, sagt Birk. Derzeit habe die Stadt rund 105 000 Einwohner, doch: "Trier wächst", was insbesondere an der Nähe zu Luxemburg läge. "Trier-West wird eines der größten Neubaugebiete, wenn wir an die Planungen in den Kasernen und die Sanierungen denken."

Nichts Neues hat Stadtteilmanagerin Birgit Pütz zur Sozialen Stadt beizutragen. Die Bürgersprechstunde, geplant für 6. Oktober, falle aus, da noch keine Lösung für das Parkplatzproblem für den Bereich des Gneisenauberings gefunden sei. "Der gesamte Prozess verzögert sich." Extra Weitere Beschlüsse: Der Ortsbeirat Trier-West/Pallien stimmt der Veränderungssperre für den Bebauungsplan BW 75 "Luxemburger Straße zwischen Römerbrücke und Lambertistraße" zu. Zur Kenntnis nimmt er die Vorschläge zum Bürgerhaushalt Trier. 2011 wird Trier-West/Pallien 22 907 Euro aus dem Ortsbeiratsbudget erhalten. Der Rat nimmt die Vorlage zur Kenntnis und beschließt, das Geld für Sozial- und Jugendarbeit sowie das Gemeinwesenbüro Magnerichstraße zu verwenden. Aus dem Budget 2010 erhält die Kita Christkönig 8150 Euro, die Spiel- und Lernstube Bauspielplatz 3000 Euro für Spielgeräte. Für 1890 Euro will der Ortsbeirat zwei mobile Geschwindigkeitstafeln anschaffen. "Ratlos" sind die Mitglieder über den Eintrag "Fehlanzeige" im Finanzhaushalt 2011. "Das kann nicht sein", sagt der stellvertretende Ortsvorsteher Horst Erasmy (CDU). Schließlich gebe es eine Fülle von Plänen und Maßnahmen, für die Investitionen im Stadtteil getätigt würden. Er sagt zu, dies mit der Verwaltung zu klären. (mehi)

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