In Zukunft unterbinden

Zum Bericht "Liebesleben auf dem Viehmarkt" (TV vom 6. Juni)

Laut rheinland-pfälzischem Schulgesetz soll die schulische Sexualerziehung verantwortungsbewusstes geschlechtliches Verhalten vermitteln und die Schüler ihrem Alter entsprechend in gebotener Zurückhaltung mit den Fragen der Sexualität vertraut machen. Dabei sollen die vom Grundgesetz vorgegebenen Wertentscheidungen für Ehe und Familie geachtet und die Eltern über Ziele und Inhalte rechtzeitig unterrichtet werden. Die Ausstellung "Liebesleben" auf dem Trierer Viehmarkt, über die der TV berichtete, wird diesen Anforderungen keinesfalls gerecht. Das der Ausstellung zugrunde liegende sexualpädagogische Konzept der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) reduziert Verantwortung weitgehend auf die Verwendung von Kondomen zur Verhinderung von Infektionen und Schwangerschaften. Solange Kondome benutzt werden, ist nahezu alles auch im jugendlichen Alter schon erlaubt. Wenn wider Erwarten doch ein neuer Mensch entsteht, empfiehlt man die "Pille danach". "Gebotene Zurückhaltung" heißt für die BzgA, 12-jährigen Schülern unterschiedlichen Reifegrades im Klassenverband den Gebrauch von Kondomen vorzuführen und sie mit detaillierten Informationen über verschiedene Sexualpraktiken zu versorgen. Und da der Lehrer hierbei ein Störfaktor sein könnte, werden die eigentlich für den Unterricht verantwortlichen Pädagogen unter Missachtung ihrer Aufsichtspflicht prinzipiell von ihren Schülern getrennt. Wie sich der Caritasverband der Diözese und der Sozialdienst der Katholischen Frauen angesichts dieser Vorgaben als Kooperationspartner der Ausstellung zur Verfügung stellen konnten, bleibt mir unerklärlich. Die sexualethischen Auffassungen der Katholischen Kirche sind mit den Intentionen von BzgA, Pro Familia und anderen, diese unterstützenden Institutionen absolut unvereinbar. Eine Mitwirkung der Kirche an einer solchen Veranstaltung konterkariert die Bemühungen von Religionslehrern und Seelsorgern, junge Menschen auch heute noch zu ermutigen, den unbequemen, aber lohnenswerten Weg einer in Liebe und feste Partnerschaft integrierten Sexualität zu gehen. Die Verantwortlichen des Bistums sind aufgefordert, solche Dinge zu unterbinden. Michael Frisch, Trier

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