INFRASTRUKTUR

Zur Berichterstattung über die Reaktionen der umliegenden Kommunen auf die Oberbürgermeisterwahl in Trier:

Trier nimmt als Oberzentrum einer Region im ländlichen Raum vielfache Aufgaben für die umliegenden Gebietskörperschaften wahr. Die engsten Verflechtungen bestehen zwischen der Stadt und den unmittelbaren Verbandsgemeinden Trier-Land, Schweich, Ruwer und Konz, die etwa 60 Prozent des gesamten Ziel- und Quellverkehrs der Stadt generieren. Deshalb begrüße ich, dass die Bürgermeister dieses sogenannten Speckgürtels gleich nach der Wahl dem designierten neuen Oberbürgermeister ihre Kooperation anbieten und ihre Erwartungen äußern. Hier ist in der Tat intensive Koordination erforderlich. Vor allem bei den Flächennutzungsplänen ist die meiner Meinung nach ruinöse Konkurrenz bei der Ausweisung von Wohn- und Gewerbeflächen für die Stadt und den Mittelbereich letztendlich nicht zielführend und erfüllt vor allem nicht die Kriterien der Nachhaltigkeit. Für den Öffentlichen Personennahverkehr müssen Stadt und Speckgürtel eine Einheit bilden. Insofern ist es zwingend, den Verkehrs- und Tarifverbund VRT neu zu konstituieren, unter anderem auch im Hinblick darauf, dass die Landkreise des platten Landes nicht mehr die Verkehrspolitik des Verdichtungsraums majorisieren (durch Mehrheit bestimmen) können. Sodann wäre es meiner Meinung nach nicht mehr als recht und billig, wenn die Gebietskörperschaften der Region sich auch - mit unterschiedlicher Intensität - an den Kosten beteiligen, die zum Beispiel Einrichtungen wie das Theater mit sich bringen. Als Ziel einer Gebiets- und Verwaltungsreform könnte ich mir ein Gebilde wie den Stadtverband Saarbrücken oder den Regionalverband Aachen auch für Trier vorstellen. Raimund Scholzen, Trier