INFRASTRUKTUR

Zur Berichterstattung über das Weisshaus im Wald oberhalb von Trier-Pallien:

Nun steh' ich hier, ich armes Weisshaus, und schaue auf meine Stadt. Ich habe einen herrlichen Blick auf Trier und die Mosel, das empfinden alle meine Gäste ebenfalls. Wie ich höre, soll eine Bestandsaufnahme erfolgen. Vielleicht soll ich umgebaut und wieder als Restaurant und Café eröffnet werden. Hoffentlich erlebe ich das noch, solange es mir gut geht. Ich bin schon in den 70er Jahren in letzter Not gerettet worden. Das möchte ich bitte nicht noch einmal erleben. Es war eine tolle Zeit bei mir. Ich habe viel Kinderlachen gehört, immer Gäste mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Meine Speisekarte konnte es mit jedem Sternerestaurant aufnehmen. Hochzeiten sind gefeiert worden, ganz ungestört, weil weitab vom Schuss. Das hat mich immer besonders gefreut. Der Wald um mich herum, in dem ich seit 1823 stehe, ist für die Trierer ein Stück Heimatgefühl und auch für Gäste, die unsere Stadt besuchen, ein Genuss. Es war übrigens ein Oberbürgermeister unserer Stadt, der mich als Wohnhaus erbaut hat. Ich bin ein klassizistisches Kleinod. Ich glaube, dass ich im Stadtbild sehr fehlen würde, wenn es mich nicht mehr gäbe. Hier also mein Appell: Vergesst mich nicht, liebe Stadtväter und -mütter. Redet nicht noch Jahre von "man müsste mal", sondern nehmt die Sache in die Hand. Sucht einen Pächter, der zu mir passt, dann wird's schon klappen. Ich jedenfalls bin mit Freude dabei! Hildegard Jenewein, Igel

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