INFRASTRUKTUR

Zur Berichterstattung über das mögliche Aus für die Tankstelle in der Trierer Ostallee und zu Sparzwängen beim Theater Trier: Zur Berichterstattung über das Parken am Trierer Moselstadion hat uns diese Leser-Zuschrift erreicht:

VERKEHRDa hat man eine gute Einnahmequelle, die auch noch Arbeitsplätze schafft, aber die Herren und Damen der Politik wollen dort lieber einen schönen Radweg und das Stadtbild verschönern. Geht\'s noch? Tausende Schlaglöcher in allen Trierer Straßen. Auch die Autobahn oben am Markusberg wird nun innerhalb von sechs Monaten zum zweiten Mal verbessert, obwohl sie in einwandfreiem Zustand ist. Hingegen fährt man sich in der Stadt doof. Der ganze Verkehr fließt nur noch langsamer, da die Kollegen in ihren Geländewagen mit Tempo 10 über diese Schlaglöcher fahren. Da müssten die Politiker mal ansetzen. Sie sollten den Verkehr in Trier zum Laufen bringen. Wieder Tempo 70 am Moselufer, ein Kreisverkehr an beiden Enden der Kaiser-Wilhelm-Brücke: Das macht Sinn, damit man nicht eine halbe Stunde im Stau steht. Wenn man den vielen Touristen, die nach Trier kommen, nur eine blitzblanke Innenstadt präsentiert, aber auf allen Wegen drum herum die Straßen kaputt sind, verschönert das unser Stadtbild kaum. Außerdem sollten unsere Steuern mehr den Steuerzahlern und nicht den Touristen aus aller Herren Länder zugute kommen. Von mir aus macht die legendäre Tankstelle in der Ostallee zu, aber sorgt dann auch dafür, dass Trier mal ein ordentliches Kiosk-System erhält, wo man bis spät in die Nacht einkaufen kann, wie an einer Tanke. So etwas gibt es in fast allen deutschen Städten, nur in Trier nicht. Lisa Zimmer, Trier Als direkter und betroffener Anlieger möchte ich mich zu Wort melden. Fakt ist: Die Argumentation "Einkauf rund um die Uhr" entbehrt jeder Grundlage. Laut geltendem Recht ist außerhalb der gesetzlichen Ladenöffnungszeiten ausschließlich Reisebedarf an Reisende zu verkaufen. Also nicht an angetrunkene, pöbelnde und randalierende Jugendliche. Es sei denn, sie sind wider Erwarten mit dem Auto unterwegs. Über den Punkt Lebensqualität durch die Tankstelle kann ich nur lachen. Wer es nicht schafft, zwischen 7 und 22 Uhr seinen täglichen Bedarf an Lebensmitteln und Alkohol zu decken, der hat meiner Meinung nach ein ganz anderes Problem. Vielleicht sollten die Leserbriefschreiber, die über Lebensqualität schreiben, sich einmal in einer lauen Sommernacht nach 22 Uhr die Zeit nehmen, um dem Treiben rund um die Tankstelle zuzusehen. Das Gleiche gilt auch für einige Herren des Stadtrates, die den betroffenen Bürgern nichts anderes zu raten hatten, außer dass man ja woanders hinziehen könne und sie das Wort Bürgerbeteiligung nicht mehr hören könnten. Wenn unsere Politiker glauben, die angeblich 50 000 Euro Einnahmen würden den städtischen Haushalt noch retten, dann glauben die gleichen auch noch an den Weihnachtsmann. Zum Thema Facebook: Was sind schon 5000 User (wovon nur ein Drittel für den Erhalt der Tankstelle ist) in einer Großstadt mit 100 000 Einwohnern? Frank Schilling, Trier Das Trierer Theater muss unbedingt erhalten bleiben. Dieses Ensemble, wie es zurzeit ist, ist sehr gut und kann mit anderen Großstädten konkurrieren. Roswitha Willems, Trier Akzeptanz und Frequentierung einer kulturellen Einrichtung unterliegen sehr zeitgeistigen Stömungen, aber auch dem dort gebotenen kulturellen Endprodukt. Und das entsprach vielfach nicht unbedingt dem Geschmack und den Erwartungen der Besucher. Zur Tankstelle Ostallee ist zu sagen, dass hier einige Meter Radweg und ein paar Bäume mehr allein noch keine grünere Stadt Trier machen. Wie soll denn der Radweg an der Kreuzung Mustorstraße weitergeführt werden? Eine Verbesserung des innerstädtischen Radwegenetzes kann ich hier nicht herleiten. Trier ist verdammt hoch verschuldet. Da wäre es wohl angebracht, die vorgesehenen Kosten für den Ostallee-Radweg zu streichen und stattdessen für eine absehbare Zeit die Einnahmen aus der Tankstelle zu vereinnahmen und für die Sanierung des Theaters mit einzusetzen. Adolf Steinmetz, Waldfischbach-Burgalben Trier war einmal schön, bevor man daran ging, den Alleenring zu zerstören und dem Verkehr zu opfern. Zerstückelt und verkleinert wurden die Flächen, teils Parkplätzen geopfert. Als Gipfel der Unvernunft wurde sogar eine Tankstelle mitten hineingesetzt. Wo Generationen von Trierer Kindern laufen und spielen konnten, ihre Mütter mit Kinderwagen gefahrlos Erholung fanden und rund um die Altstadt spazieren fuhren, wurde genau das unmöglich gemacht. In einer Zeit, in der Jugendliche der Trunksucht huldigen und der Stellenwert von Kindern weit hinter dem Blecheimer (spricht Auto) rangiert, muss man sich nicht wundern, wenn manche einer Tankstelle huldigen statt einer Grünanlage. Es ist mir bis heute kein Reiseunternehmen bekannt, das wegen einer Tankstellenbesichtigung Trier als Reiseziel gewählt hat. Dagegen erfreut sich jeder Tourist an einer Grünanlage mit Ruhebänken. Radwege stören niemanden und erzeugen auch keine Abgase. Endlich will der Stadtrat alte Sünden beseitigen. Bleibt nur zu hoffen, dass er sich nicht eines Schlechteren besinnt. Erich Schmitz, Trier So langsam entwickelt sich die Diskussion um den Mehrheitsbeschluss des Stadtrats, der das Parken auf dem Radweg am Moselstadion bei Heimspielen des SV Eintracht Trier zulassen will, und der Stadtverwaltung zu einer Provinzposse sondersgleichen. Die Stadtverwaltung glaubt, nach Gesetz und Recht zu handeln und bestehende Verordnungen und Vorschriften durchzusetzen. "Alles Handeln ist auch dem Grundsatz verpflichtet, im gesamten Stadtgebiet nach einheitlichen Maßstäben zu verfahren", wird Dezernentin Simone Kaes-Torchiani im TV zitiert. Aber wirklich im gesamten Stadtgebiet? Nein! Man muss sich nur die dauerhaft eingerichteten Verkaufsstände an der B 49 im Stadtteil Zewen anschauen. Die Betreiber nutzen Bürgersteige, Parkbuchten und Verzögerungsspuren im öffentlichen Verkehrsraum, um ihren Kunden Parkplätze zur Verfügung zu stellen. Beim Wiedereinfädeln der Kunden in den fließenden Verkehr kommt es regelmäßig zu gefährlichen Situationen. Dies alles stellt eindeutig eine Sondernutzung dar, die nicht nur temporär während der Erntesaison, sondern dauerhaft über das ganze Jahr hinweg und seit Jahren besteht. Sondernutzungen eines öffentlichen Verkehrsraums bedürfen jedoch einer Genehmigung und sind nur zeitlich befristet genehmigungsfähig. Interessiert hat dies beim zuständigen Amt der Stadt Trier offenbar noch niemanden. Genauso wenig wie das Park Unwesen während der ADAC-Rallye rund um die Kreuzung Luxemburger Straße/Konrad-Adenauer-Brücke. Die Liste der Beispiele ohne ein Eingreifen der Stadtverwaltung ließe sich mit Sicherheit problemlos weiter fortführen. Spielt jedoch der SV Eintracht Trier 05 alle zwei Wochen im heimischen Moselstadion, wird dem Gesetz Genüge getan, und es werden im Sinne von Frau Kaes-Torchiani die auf dem Radweg parkenden Zuschauer "nach einheitlichen Maßstäben" zur Kasse gebeten. Frank Birk, Trier