INFRASTRUKTUR

Zum Bericht "Trier muss Millionen ins Nordbad stecken - Technik, Becken und Gebäude veraltet - Verwaltung: Sanierung mittelfristig zwingend - Politiker überrascht" (TV vom 17. Februar):

Natürlich muss das Nordbad bestehen bleiben - welch eine Frage! Das einzig benutzbare Bad in den kalten, verregneten Trierer "Sommer"-Monaten. Die Öffnungszeiten und die Besucherzahlen sprechen ebenfalls dafür. Ich finde beide Freibäder toll und nutze sie so oft wie möglich. Sabine Repplinger, Trier Das Nordbad ist ein gutes Sportbad, in dem ich im Sommer gerne schwimme. Trier kann sich meiner Meinung nach aber finanziell keine zwei Freibäder leisten. Deshalb wäre ich dafür, das Nordbad zu schließen und das Südbad noch ein wenig aufzurüsten (Beheizung eines Schwimmbeckens). Dafür sprechen die landschaftlich schönere Lage des Südbades und die dort kürzlich erst vorgenommenen Modernisierungsmaßnahmen. Dadurch würde Trier erhebliche Investitionen und laufende Unterhaltskosten sparen. Wolfgang Güth, Trier Für mich ist es überhaupt keine Frage, ob Trier das Nordbad braucht oder ob das Südbad reichen würde. Selbstverständlich muss das Nordbad bleiben mit seinem wunderbaren und herrlich einfachen Charme und Chic der 50er und 60er Jahre. Mit seiner schönen großen Wiese, dem unbezahlbaren Blick mittendrin und doch so im Grünen. Hier schwimmen Alt und Jung friedlich zusammen. Es ist herrlich übersichtlich und meiner Meinung nach zum Glück noch kein überdrehtes Spaßbad. Kinder zu allen Zeiten haben und werden sich hier weiterhin wohlfühlen. Wenn sie Teenager werden und andere Action wollen, haben sie ja in Trier und Umgebung mit Südbad, Mertesdorf und so weiter glücklicherweise eine schöne Auswahl. Gerade für Ältere und Kleinere bietet das Nordbad noch einen wunderschönen Platz, der Spaß und Wohlfühlen bietet und entspannt den Umgang mit dem Wasser fördert, ohne von der Hektik überrannt zu werden. Sanierungen müssen mit Sicherheit hier und da durchgeführt werden. Eine Anbindung an das Moselufer, wie es wohl früher war, wäre toll und würde doch die Attraktivität mehr als nur steigern. Der etwas altbackene Charme sollte aber unbedingt erhalten bleiben, denn er macht das Nordbad seit 60 Jahren aus! Katrin Spangenberg, Trier-Nord Ich bin Wasserballtrainer im Schwimmsportverein (SSV) Trier. Das Nordbad ist nach dem Umbau des Südbades das einzige Freibad, in dem wir im Sommer trainieren können. Wir spielen in der dritten Liga Südwest und können im Winter im Hallenbad mit einmal eineinhalb Stunden Training und im Sommer mit zweimal eineinhalb Stunden Training nicht viel erreichen. Sollte jetzt noch das Nordbad schließen, wird es bald die älteste olympische Ballsportart in Trier nicht mehr geben. Deshalb muss das Nordbad unbedingt erhalten bleiben. Wolfgang Ahnen, Trier Bis vor einem Jahr war ich der Meinung, dass die Kommunen sparsam mit ihrem Geld umgehen müssten und daher sehr genau hinschauen sollten, welche Investitionen sie sich noch leisten könnten. Seit Sommer 2015 weiß ich, dank medialen Dauerbeschusses: Deutschland ist reich! Daher sollte Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe tun, was sein Vorgänger nicht tun wollte oder konnte: Er sollte Kitas bauen beziehungsweise sanieren, die Schulen sanieren, die Turnhallen sanieren sowie Straßen sanieren und bauen. Jetzt! Carsten Zettl, Kenn Wenn jahrelang wegen fehlenden Geldes nur Flickarbeit geleistet wurde, darf man sich nicht wundern, wenn jetzt Millionen in ein Projekt gesteckt werden müssen. Auf die Frage im TV-Bericht, ob Trier zwei Freibäder braucht oder das Südbad ausreicht, gibt es für mich nur eine Antwort. Eine Oberzentrumsstadt wie Trier braucht zwei Freibäder, insbesondere wenn nur ein Bad beheizt ist. Die Besucherzahl 2015 im Nordbad von 64 059 Menschen zeigt unmissverständlich, dass man sich mit Nachdruck für den Erhalt des Nordbades einsetzen muss. Das Nordbad ist von jeher ein Familienbad. Auch für den so wichtigen Schwimmunterricht in Kindergärten und Grundschulen und das Schwimmtraining der Vereine sind unsere beiden Freibäder in der Stadt zu erhalten und zu pflegen. Ich gehöre seit über 40 Jahren mit zu den regelmäßigen Freibadbesuchern in Trier-Nord. Es gehört nach meiner Meinung mit zu einer Oberzentrumsstadt, der Freizeitgestaltung mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Freizeitgestaltung dient dem Auftanken persönlicher Energie und ist für viele Dauerbenutzer ein Fitnesstraining auf zukommende Belastungen. Deshalb sind Sanierungen des Bestehenden, Investitionen in die marode Infrastruktur - auch in Freibäder - sehr wichtig. Manfred Maximini, Trier Die Sanierung und Neugestaltung vieler Anlagen und Gebäude in unserer Stadt sind längst überfällig. Ich halte es jedoch für falsch, eine so wichtige Einrichtung wie das Freibad Nord im Zusammenhang mit dringend erforderlichen Investitionen infrage zu stellen. Die Schließung der wichtigen Freizeiteinrichtung für die vielen und gerade im Norden nicht finanzkräftigen Familien wäre für eine familienfreundliche Stadt wie Trier ein herber Rückschlag. Die Aufrechterhaltung unserer beiden Trierer Freibäder bedeutet eine Investition in die Lebensqualität. Man kann nur hoffen, dass dieses exzellente Angebot langfristig in verbesserter Qualität für die Bürgerschaft erhalten werden kann. Gerade die Freibadpolitik darf man nicht isoliert betrachten, sondern auch in Verbindung mit Bereichen wie Bildungs-, Sozial-, Gesundheits- und Integrationspolitik. Die Verwaltung sollte ein von allen Generationen geliebtes, stadtnahes Freizeitangebot nicht zerstören. Gertrud Freis, Trier Die Frage, ob Trier zwei Freibäder benötigt oder ob das Südbad ausreicht, hätte sich möglicherweise erübrigt, wenn damals das Südbad für die 9,3 Millionen Euro Sanierungskosten auch mit einer vernünftigen Heizanlage ausgestattet worden wäre. Bei Wassertemperaturen von 18 bis 22 Grad verirren sich bei schlechterem Wetter nur wenige Badegäste in das Bad. Somit steht es maximal zwei bis drei Monate im Jahr für Badende zu Verfügung. Aber was machen die Menschen, die das Schwimmen als körperliche Ertüchtigung, als Ausgleich zum Arbeitsstress oder für ihren Leistungssport nutzen möchten? Hier kann das Nordbad mit einer konstanten Wassertemperatur von 24 Grad von Anfang Mai bis Ende September genutzt werden. Gerade in der heutigen Zeit mit der Zunahme der Zivilisationskrankheiten, Übergewicht, Diabetes, Rückenschmerzen und so weiter ist die Bewegung als Therapie sinnvoller als jedes Medikament. Schwimmen ist eine gelenkschonende Ausdauersportart und somit gerade zur Bewegungstherapie bestens geeignet. Das ist bei niedrigen Wassertemperaturen, wie sie im Südbad meist herrschen, nicht möglich. Somit sollte das Nordbad als Schwimmbad erhalten werden. Es sollten nicht, wie in vielen Städten bereits erfolgt, nur noch Freizeitbäder entstehen. Unser höchstes Gut ist die Gesundheit. Da sollte, wie auch in die Bildung, mehr investiert und nicht immer gespart werden. Dr. Rolf Arnold, Trier