INFRASTRUKTUR
Zum Interview mit dem SPD-Oberbürgermeister-Kandidaten Wolfram Leibe, "Berufliche Erfahrung, Kompetenz und Tatkraft sind unerlässlich" (TV vom 10. Oktober):
Eine Aussage des künftigen Oberbürgermeisters hat mich schockiert. Auf die Frage des TV, ob er es für richtig halte, dass das Wasser im Nordbad weiterhin von Mai bis Oktober ab frühmorgens um 6 Uhr auf 24 Grad aufgeheizt werde, was der Stadt jährliche Heizkosten von rund 78 000 Euro beschere, antwortete Wolfram Leibe: "Auf den ersten Blick bin ich dagegen. Der Kostenaufwand erscheint mir zu groß. Wir sollten probehalber im nächsten Jahr auf die Beheizung ab 6 Uhr verzichten und prüfen, wie sich das auf die Besucherzahlen und Einnahmen auswirkt." Sollte das Nordbad nicht mehr beheizt werden, hätte das nicht nur für Tausende Dauernutzer, sondern auch für das Schul- und Vereinsschwimmen erhebliche negative Auswirkungen und würde zu gravierenden Einnahmeverlusten führen. Ob ein Freibad ab 6 Uhr oder ab 10 Uhr geöffnet ist, hat auf die Beheizungszeit keine Auswirkung, denn entweder wird das Bad beheizt oder nicht. Genau wie sogenannte freiwillige Einrichtungen wie Theater oder Tufa können auch Freibäder nicht wirklich kostenneutral oder gar gewinnbringend betrieben werden. Nach meinem Verständnis ist ein beheiztes Freibad in dem Oberzentrum eine Investition in die Lebensqualität und die Attraktivität der Stadt. Ich gehöre seit mehr als 40 Jahren zu den Nutzern des beheizten Freibades und weiß, dass solch eine Möglichkeit für die Erhaltung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit, die Steigerung der Lebensfreude höchste Bedeutung hat. Ein beheiztes Freibad ist ein weicher Standortfaktor für den Wirtschaftsstandort und ein stabilisierendes Element für das soziale Miteinander. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass nur ältere Herrschaften wie ich um 6 Uhr das Freibad besuchen, sondern auch Studierende und jüngere Arbeitnehmer tanken in den frühen Morgenstunden Kraft für den Alltag. Jetzt sind nicht nur die Dauerschwimmer gefordert, rechtzeitig vor den Haushaltsberatungen auf die Ankündigung zu reagieren. Jetzt ist Solidarität der Trie rer für die Aufrechterhaltung eines beheizten Freibades in der Stadt erforderlich. Manfred Maximini, Trier