Initiative pro Pfalzel

PFALZEL. Andere Stadtteile haben keinen einzigen, in der 3800-Seelen-Gemeinde Pfalzel gibt es gleich zwei: Die Rede ist von Bürgervereinen. Nachdem es in der Vergangenheit Querelen gegeben hatte, formierte sich eine Gruppe von Bürgern in der neuen "Initiative pro Pfalzel". Ihr erstes Ergebnis: Das Aufstellen einer Luft-Mess-Station im Ortskern.

Im September 2004 wurde der Bürgerverein Pfalzel gegründet. Er hatte sich zur Aufgabe gemacht, die im Bürgergutachten gestellten Ziele weiterzuverfolgen und auf deren Umsetzung zu achten. Vor einem Jahr krachte es im Vorstand des Vereins gewaltig. Der Grund: Vorstandsmitglieder ärgerten sich über die angeblichen Alleingänge ihrer Kollegen, die sich "ideologisch verbrämt" für die Umweltbelange im Stadtteil eingesetzt hatten - erfolgreich. Denn insbesondere auf das Engagement von Hans-Jürgen Wirtz ("Ich habe meine Hausaufgaben gemacht") und Jörg Seibert war es zurückzuführen, dass die Urheber der Schadstoffe im Trierer Hafen ausfindig gemacht wurden.Abtrünnige aus Bürgerverein

Durch die Fokussierung des Bürgervereins auf die Umweltproblematik im Hafen sei Pfalzel insgesamt zu Unrecht schlecht geredet worden und habe potenzielle Investoren verschreckt, ärgerten sich Mitglieder der Bürgervereins. Es kam zu Vorstandsneuwahlen, Rücktritten, Abwahlen und der Gründung eines zweiten Vereins durch die abgesprungenen Mitglieder der Bürgervereins: die Initiative pro Pfalzel. Offiziell vorstellen will sich der Verein unter Vorsitz von Horst Görgen am kommenden Dienstag in der Ortsbeiratssitzung. Offenbar gehören 30 Mitglieder dem Verein an, der bereits einige Sondierungsgespräche mit Entscheidungsträgern geführt haben will. Bereits vor der öffentlichen Vorstellung im Amtshaus geht der Verein mit einer Erfolgsmeldung an die Öffentlichkeit. In Absprache mit dem Mainzer Umweltministerium habe es die Initiative pro Pfalzel erreicht, dass im Stadtteil eine weitere Luft-Mess-Station errichtet wurde, sagt Horst Fries, Erster Beisitzer des Vereins. Die Maßnahme ist Bestandteil eines bundesweit flächendeckenden Mess-Systems zur Umsetzung der vierten Tochterrichtlinie des Umweltprotokolls von Kyoto. Ergebnisse der Messungen auf der Homepage

Der Standort an der Ecke Eltzstraße/Zur Wallmauer sei insbesondere zur Erfassung von Luftschadstoffen im Wohngebiet geeignet. Die Messstation steht auf einem Grundstück der Baugenossenschaft Pfalzel, die dem Ministerium die Stromkosten jährlich in Rechnung stellen wird, sagt Fries. Die Ergebnisse der Messungen sollen monatlich erfasst und für Laien verständlich veröffentlicht werden. Dazu diene auch eine neue Homepage des Vereins ( www.pro-pfalzel.de). Die Seite wird derzeit noch aufgebaut, verrät unter den Vereins-Zielen jedoch zuoberst die Distanz zum Bürgerverein. Die Ergebnisse der Luft-Messungen jedenfalls sollen allen Interessierten zur Verfügung gestellt werden - "auch dem Bürgerverein, warum denn nicht", sagt Fries. Ortsvorsteher Werner Pfeiffer hofft indes, dass die beiden Vereine nun einvernehmlich zu Gunsten des Stadtteils miteinander auskommen werden.