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Inklusives Medien-Team der Lebenshilfe Trier spricht mit Spitzenkandidaten

Landtagswahl : Miteinander statt übereinander reden

Das Inklusive Medien-Team der Lebenshilfe Trier hat sich mit Landtagswahl-Spitzenpolitikerinnen und -politikern von SPD, CDU, Grünen, FDP und Linken getroffen. Resultat ist eine fünfteilige Videoreihe.

Rheinland-Pfalz wählt am 14. März einen neuen Landtag. Deshalb hat das Inklusive Medien-Team der Lebenshilfe Trier unter dem Motto „Politik – inklusiv erklärt“ eine neue Gesprächsreihe ins Leben gerufen. Das Team hat sich mit den Spitzenpolitikern der Parteien „in echt“ (unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln) und online getroffen. Entstanden sind fünf jeweils etwa 40-minütige Episoden, in denen der beeinträchtigte Video-Reporter Patrick Loppnow einzeln mit den Kandidatinnen und Kandidaten über Inklusion, die Corona-Krise und den Wahlkampf diskutiert.

Was können behinderte Menschen von den demokratischen  Parteien erwarten? Werden ihre Sorgen und Ängste in der Corona-Krise gehört? Und wieso reden Politikerinnen und Politiker immer so kompliziert und so wenig in Leichter Sprache? Diesen und vielen weiteren Fragen standen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), Herausforderer Christian Baldauf (CDU), Familien- und Umweltministerin Anne Spiegel (Die Grünen), Daniela Schmitt (FDP), Staatssekretärin im Mainzer Wirtschaftsministerium, sowie Melanie Wery-Sims (Die Linke), Mitglied des Kreistages Bernkastel-Wittlich, Rede und Antwort.

„Unsere Idee war es, ein neues Format zu schaffen, um Menschen mit Beeinträchtigung die Themen der Landtagswahl zu präsentieren, die sie auch betreffen, und um ihnen die Spitzenpolitiker und Parteien vorzustellen“, erklärt Florian Stiefel, Projektleiter der inklusiven Medienredaktion und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Lebenshilfe Trier.

Das Interesse an der Landtagswahl sei auch und gerade bei Menschen mit Behinderung enorm hoch. „Aber leider gibt es keine inklusive Berichterstattung über die aktuelle Landtagswahl. Das haben wir mit dem neuen Konzept geändert. Anstatt übereinander, redet man miteinander.“

 „Ich kenne die Politiker ja nur aus dem Fernsehen und Radio“, sagt  Patrick Loppnow, Videoreporter der inklusiven Medienredaktion. „Deshalb haben wir uns tierisch gefreut, dass die Angefragten alle zugesagt haben. Alle finden die Idee zu der besonderen Diskussionsrunde toll. Ich war zwar am Anfang immer etwas aufgeregt, auch weil ich ein paar kritische Fragen hatte, aber das legte sich während des Gesprächs.“

Für die Bundestagswahlen, die am 26. September stattfinden, laufen übrigens bereits die Vorbereitungen. „Das gleiche Konzept wollen wir im Sommer wieder umsetzen“, kündigt Florian Stiefel an. „Wir engagieren uns als Lebenshilfe für die umfassende Teilhabe von Menschen mit Behinderung. Und dazu gehören auch die politische Teilhabe und der politische Dialog zwischen Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. Und davon sind die politischen Spitzenakteure logischerweise nicht ausgeschlossen.“

Seit den Special Olympics Landesspielen in Trier 2017 wird inklusive Medienarbeit großgeschrieben: Reporter und Fotografen mit und ohne Beeinträchtigung berichten gemeinsam über verschiedene Themen. Zu Beginn bestand das sogenannte „Tandem-Team“ aus zwei Reportern. Als dann ein Fotograf dazu kam, wurde das Tandem-Team zum Inklusiven Medienteam.

Aktuell besteht die inklusive Medienredaktion aus drei Leuten mit und ohne Beeinträchtigung. Videoreporter Patrick Loppnow und Fotograf und Kameramann Michael Scheiwen werden begleitet von Florian Stiefel, Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit der Lebenshilfe Trier.

Patrick Loppnow und Michael Scheiwen sind in den Lebenshilfe Werken in der Diedenhofener Straße (Trier-Euren) beschäftigt und arbeiten seit 2018 einen Tag pro Woche in der Geschäftsstelle der Lebenshilfe Trier. So konnte das inklusive Medienteam ein fester Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit werden. Seit März 2020 wird das auf fünf Jahre angelegte Projekt von der Aktion Mensch gefördert.

Coronabedingt startet die eigentliche Redaktionsarbeit, zu der noch weitere Menschen mit und ohne Beeinträchtigung hinzukommen werden, erst im April 2021. Der eigentliche Start war für März 2020 geplant.