Innovativ und atmosphärisch

Zur aktuellen Ausstellung "Bilder machen Leute - Die Inszenierung des Menschen in der Fotografie" des Rheinischen Landesmuseums in Trier hat die Schattentheatergruppe der Levana-Schule Schweich eine Performance erarbeitet (der TV berichtete). Bei der Premiere im Museum genoss das Publikum ein atmosphärisches Erlebnis, das Ausstellungsinhalte zum Leben erweckte.

Trier. (ae) Ein besonderes Ereignis im Landesmuseum: "Es ist die erste Performance in diesen altehrwürdigen Mauern", begrüßt Museumspädagogin Anne Kurtze 20 Gäste. Sie warten vor der Tür zur aktuellen Fotoausstellung. Dass ein junger Mann dabei jeden von ihnen fotografiert, scheint Zufall. Die Tür öffnet sich, jemand kommentiert: "Spannend wie eine Bescherung." Tatsächlich scheint die Luft erwartungsvoll aufgeladen.

Vorsichtig, als trauten sie sich noch nicht, von ihm Besitz zu ergreifen, tasten sich die Besucher in den Raum vor. Der ist von atmosphärischer Musik erfüllt, begleitet vom rhythmischen Klacken eines Kameraauslösers. Und da sind schon Betrachter: Stumm stehen weiß maskierte Gestalten vor steifen Porträts der Jahrhundertwende. Die Musik wird lebhafter, die Gestalten beginnen zu wandeln, allmählich werden auch die Gäste freier und lassen sich auf einen Rundgang ein, der sie mit immer neuen Situationen konfrontiert.

Hier steht ein Pärchen in Pose historischer Hochzeitsfotos, dort erscheint das Postkartenmotiv der Schönen mit der Rose als lebendiges Schattenbild. Da winken weiß behandschuhte Hände aus einer schwarzen Wand, vor Werbefotos werden Schokokekse verteilt.

Theatralische Ideen, Gedichte und Schattenspiele



Unter Leitung von Carlos Malmedy, Monika Annen und Karina Zyball setzen die Levana-Schüler Martin Alten, Mike Hoff, Sven Scheib, Rita Simon, Marina Küppers, Tobias Steinmetz und Thomas Stoll eigene theatralische Ideen zu Ausstellungsbildern um, die sie besonders angesprochen haben. Sie nutzen dabei ihre Erfahrungen mit Schattenspiel, gehen aber auch weit darüber hinaus, so wie Thomas, der in exponierter Podest-Stellung das Gedicht "Worte sind Schatten" liest. Zum krönenden Abschluss verzaubern sie ihr Publikum im Medienraum mit einem poetischen, meditativen Multimedia-Erlebnis aus Musik, Filmsequenzen und Bildern - auch mit denen, die der junge Mann anfangs von den Gästen aufgenommen hat. Diese sind beeindruckt: "Eine ganz unwirkliche Situation, vollkommen überraschend", sagt Heiner Bollig, ein junger Mann mit Skatebord im Gepäck und Handykamera im Anschlag, der viel Spaß an der Performance hatte. "Sehr innovativ, tolle Ideen, spannend zu sehen, was die Schüler interessant finden und welch ungewöhnliche Sicht sie eröffnen", bilanziert Katrin Seidel, die Kuratorin der Ausstellung. Und Johanna von Landenberg lobt: "Für mich war das Kunst, ein ganz tolles Projekt. Bei mir ist das angekommen."