Integratives Schulprojekt Schweich

Infrastruktur : Bald können die Handwerker anrücken

Das Land fördert den Bau von Treverer-Schule und Grundschule in Schweich mit 13,8 Millionen Euro. Im August starten die Rohbau-Arbeiten.

So einen Riesenauftrag vergibt ein kommunales Gremium nicht alle Tage: Für 9,3 Millionen Euro bekam die Firma Mogendorf+Schmitz den Zuschlag für die Rohbau-Arbeiten beim Integrativen Schulprojekt Schweich. Die Firma aus Mülheim-Kärlich war günstigste Anbieterin nach einer europaweiten Ausschreibung. Mogendorf+ Schmitz hat schon viele Großprojekte hochgezogen, darunter Hochschulgebäude, Kliniken und Rathäuser.

Mit der Vergabe hat der Zweckverband, der eigens für Planung, Bau und Betrieb des Großprojekts gegründet worden war, die Voraussetzung für den Weiterbau nach den Sommerferien geschaffen. Nach Mitteilung von Verbandsvorsteherin Christiane Horsch werden die Hochbauarbeiten für den Neubau der Grundschule Schweich und der derzeit noch in Trier ansässigen Treverer-Förderschule voraussichtlich am 19. August losgehen.

Die Inbetriebnahme der integrativen Partnerschulen sei für September 2022 geplant, sagte Projektleiterin Astrid Hiljegerdes vom Berliner Architekturbüro Numrich Albrecht Klumpp.

Die Erschließungsarbeiten am Schulstandort im Bereich Ermesgraben/Bahnhofstraße in Schweich sind schon seit längerem abgeschlossen. Wie berichtet, war das 44-Millionen-Euro-Projekt (inklusive Grunderwerb) wegen offener Fragen im Förderverfahren ins Stocken geraten. Die Vergabe der Rohbaugewerke war im Herbst 2018 verschoben worden, weil dies den Verantwortlichen zu risikoreich erschien. Nun zeigte sich Verbandsvorsteherin Horsch erleichtert: „Es geht voran.” Sehr zufrieden ist sie auch mit der Vergabesumme von gut 9,3 Millionen Euro. „Das ist ein gutes Ergebnis. Angesichts der explodierenden Baukosten war damit nicht unbedingt zu rechnen.” Das bestätigte auch die Projektleiterin. Im Jahr 2017 hatte ihr Büro die Rohbauarbeiten mit 9,08 Millionen Euro hochgerechnet. Die jetzt vergebene Summe liege zwar um 2,6 Prozent höher, aber die Baukostenpreise hätten sich in zwei Jahren um etwa sechs Prozent erhöht.

Geklärt ist inzwischen auch die Zuschussfrage. Wie Christiane Horsch mitteilte, ist der Bewilligungsbescheid des Bildungsministeriums an die beiden Schulträger unterwegs. Für die Grundschule Schweich ist das die Verbandsgemeinde Schweich und für die Treverer-Förderschule der Kreis Trier-Saarburg.

Das Land wird über das Schulbauprogramm rund 13,8 Millionen Euro für den Neubau zur Verfügung stellen. Das ist etwa ein Drittel der Baukosten in Höhe von 39 Millionen Euro. „Unsere Interventionen beim Bildungsministerium haben sich gelohnt. Wir konnten darauf hinwirken, dass die Gesamtförderung erhöht wurde, außerdem bekommen wir einen hohen Erstförderanteil“, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme von Bürgermeisterin Horsch und Landrat Günther Schartz.

Bildungsministerin Stefanie Hubig hat das Integrative Schulprojekt in Schweich als „Beispiel für kommunale Zusammenarbeit und zukunftsweisende Investitionen in Bildung” bezeichnet. Man schaffe optimale Voraussetzungen für die Schüler.

Das Schulprojekt ist dem Gedanken der Inklusion verpflichtet. Rund 440 Kinder werden hier später unterrichtet. Die Treverer-Schule mit dem Förderschwerpunkt motorische Entwicklung bietet etwa 80 Schulplätze, die Schweicher Grundschule mit dem bisherigen Standort „Am Bodenländchen” rund 360.

Blick ins Foyer (links) und in den Eingangsbereich von Treverer-Schule und Grundschule Schweich, die in Schweich neu gebaut werden. Entwurf: Numrich Albrecht Klumpp Architekten, Berlin. Foto: Numrich Albrecht Klumpp Architekten, Berlin

Die Förderschule hat auch Schüler aus der Stadt Trier sowie aus den Kreisen Bernkastel-Wittlich und Bitburg-Prüm. Die Kreise und die Stadt werden sich an den Baukosten entsprechend ihrer Schülerzahl beteiligen.

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