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Integriertes Entwicklungskonzept für Trier-Nord vorgestellt

Integriertes Entwicklungskonzept für Trier-Nord vorgestellt

In einem Workshop "Integrierte Soziale Stadtteilentwicklung" haben die Bürger den Entwurf für das Integrierte Entwicklungskonzept für das Programmgebiet Soziale Stadt in Trier-Nord beraten.

Trier-Nord. (red) Quartiersmanagerin Maria Ohlig und Peter Dietze als Moderator stellten beim Workshop "Integrierte Soziale Stadtteilentwicklung" in Trier-Nord dar, wie die bestehenden städtebaulichen Pläne und weitere Untersuchungen in den im vergangenen Jahr begonnenen Prozess integriert wurden, um die positive Entwicklung in Trier-Nord zu verstärken und zu stabilisieren. Zwischenzeitlich seien fast alle Wohnungen und Häuser - sowohl private als auch die Mietwohnungen im Besitz unterschiedlicher Gesellschaften - aufwendig saniert. Das Bürgerhaus sei als Stadtteilzentrum ausgebaut, es gebe neue Spielplätze, die Quartiersmanagerin habe ihre Arbeit aufgenommen, die Stadtteilzeitung "Nordblick" sei auf den Weg gebracht.

Im Integrierten Entwicklungskonzept für die Jahre 2009 bis 2015 sind in acht Handlungsfeldern insgesamt 32 konkrete Maßnahmen formuliert, die bis spätestens 2015 umgesetzt werden sollen. Hierzu zählen die Ergänzung der Wohnungsbebauung, ein Bolzplatz in der Nähe des Bürgerhauses und die Gestaltung des Platzes zwischen Franz-Georg- und Thyrsusstraße als Stadtteilmittelpunkt. Zudem sollen der Schulstandort gesichert und die Verkehrsprobleme mittelfristig gelöst werden.

Bewohner und Verwaltung betonten übereinstimmend, dass Einzelmaßnahmen in Bildung sowie im sozialen und baulichen Bereich alleine die Entwicklung des Quartiers nicht voranbrächten. Erst das integrierende Zusammenspiel aller Maßnahmen führe zu einer Verstärkung der positiven Entwicklung. So sei die in Kürze beginnende energetische Sanierung des Schulkomplexes für den Stadtteil wichtig, wenn aber in unmittelbarer Nähe sanierungsbedürftige Häuser verfallen, hätten diese Maßnahme nur eingeschränkten Erfolg.

Unmutsäußerungen löste die aktuelle Diskussion im Bundestag zum Streichen der sozialen (nicht-investiven) Maßnahmen im Programm Soziale Stadt aus. "Wer aus parteitaktischen Interessen die Bevölkerung in Stadtteilen mit erhöhtem Entwicklungsbedarf stigmatisiert, hat keine Ahnung von der gesellschaftlichen Realität und wirtschaftlichen Zusammenhängen in den Kommunen," sagte Bernd Steinmetz, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Am Beutelweg, die in Kooperation mit der Stadt das Programm umsetzt. "Jede sanierte Wohnung bleibt ein kurzfristiger Tropfen auf den heißen Stein, wenn nicht parallel die Lebensverhältnisse der Bevölkerung mit deren Mithilfe verbessert werden." Alles andere führe zur Verfestigung von Problemquartieren. "In diese Straßenzüge und Quartiere investiert niemand mehr."