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Intensive Arbeit, intensiver Zusammenhalt

Intensive Arbeit, intensiver Zusammenhalt

Knapp eine Woche lang haben acht Schultheatergruppen aus Rheinland-Pfalz beim 27. Landesschultheater-Treffen in Schweich und Trier ihre Produktionen vorgestellt, zusammen in Workshops gearbeitet, diskutiert und gefeiert. Sowohl die gastgebende Levana-Schule Schweich als auch die Teilnehmer ziehen eine überaus positive Bilanz.

Schweich. "Das hier war ein Beispiel, wie Integration in der ganzen Gesellschaft funktionieren könnte" ist eine der wesentlichen positiven Erfahrungen von Carlos Malmedy, Leiter der Schattentheatergruppe der Levana-Schule Schweich beim von ihr ausgerichteten 27. Landesschultheater-Treffen der Landesarbeitsgemeinschaft Darstellendes Spiel (LAGDS).

Denn unter den acht von einer Jury ausgewählten Teilnehmergruppen waren neben der St. Martinusschule aus Reinsfeld, den Gymnasien Immanuel-Kant aus Pirmasens, Friedrich-Wilhelm aus Trier, Carl-Bosch aus Ludwigshafen, Wilhelm-Remy aus Bendorf und Eduard-Spranger aus Landau auch zwei Schulen mit Förderschwerpunkt, die Gastgeber und die Trierer Wilhelm-Hubert-Cüppers-Schule für Hörgeschädigte. "Die Zusammenarbeit und der Zusammenhalt mit so vielen ganz unterschiedlichen, teils gehörlosen oder anders beeinträchtigten Menschen war total intensiv", resümiert Manuel Rendenbach von der Gruppe "Schwarzarbeiter" des FWG Trier.

Seine Mitspieler/innen Martin Mock, Elena Landscheid und Patrick Laurens ergänzen Erfahrungen, die sie vor allem am Workshop-Tag mit 10 Theaterprofis sammelten: "Wir waren sehr schnell vertraut" oder: "Ich habe mein Scheu verloren" und: "Wir hatten alle das gleiche Ziel und haben innerhalb kürzester Zeit etwas gemeinsam auf die Beine gestellt, das aufführungsreif war".

Die Workshops hätten auf brillante Weise Kompetenzen vermittelt, bilanziert Tobias Petry aus Pirmasens. Für ihn sei aber auch wertvoll gewesen, in den Nachbesprechungen zu Aufführungen Tipps zu Spieltechniken anderer zu bekommen. "Das Wichtigste für mich waren Zusammenarbeit und Austausch". Alle Gruppen stellten in der Tufa Trier ihre eigenen anspruchsvollen und kreativen Produktionen in einer Vielfalt von theatralischen Ausdrucksformen vom Schattentheater über Satire, Szenencollage bis hin zum Improvisationstheater vor.

"Es war ein sehr hohes Niveau", lobt Carlos Malmedy sowohl die Aufführungen als auch die gemeinsamen "fundierten und intensiven" Überlegungen darüber. Ein Höhepunkt zum Abschluss war die in der evangelischen Kirche in Schweich aufgeführte Performance "Von der Unzuverlässigkeit der Welt" des Eduard-Spranger Gymnasiums Landau, die im September als rheinland-pfälzischer Beitrag zum Schultheater der Länder in Hamburg entsandt wird.

Mit multimedialen und theatralischen Mitteln zogen die Darsteller ihr Publikum in eine vielschichtige, teils philosophische Auseinandersetzung über menschlich-moralische Unzulänglichkeiten.

Dieser Schlusspunkt bekräftigte noch einmal den Gesamteindruck der Woche, dass darstellendes Spiel an Schulen ungeheures Potenzial sowohl auf inhaltlicher wie künstlerischer und menschlicher Ebene freisetzt.